P. Georg Wünsch SJ
* 20. Mai 1888
20. Februar 1977

Pater Georg Wünsch wurde am 20. 5. 1888 zu Berlin geboren. Seine theologischen Studien machte er in Breslau. Dort wurde er am 22. 6. 1912 zum Priester geweiht und kam schon bald darauf als Kaplan zu Pfarrer Deitmer - dem späteren Weihbischof von Berlin - an die Steglitzer Rosenkranzbasilika. Was zuerst an dem neuen Kaplan auffiel, war seine Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit. Zu dieser unbetonten, weil für ihn selbstverständlichen Einfachheit kam seine spontane Freundlichkeit. Diese Bescheidenheit im Aufwand und die ungekünstelte Herzlichkeit waren Ausdruck seines schlichten Wesens.

Auf den Gedanken in den Jesuitenorden einzutreten brachten ihn wohl u. a. die damals in der Berliner Seelsorge tätigen Patres der Gesellschaft Jesu.

Vor allem die Patres Brors und Diebels als Männer- und Mütterprediger und P. Rauterkus, der "Beichtvater von Berlin", machten großen Eindruck auf ihn. Der Bischof von Breslau wollte seinen Kaplan zunächst nicht ziehen lassen. Aber dann trat dieser doch am 26. 4. 1919 in s'Heerenberg, Holland, in das Noviziat der deutschen Jesuiten ein. Nach weiteren Studien in Valkenburg, Holland, schickten ihn die Obern als Kaplan nach Aarhus in Dänemark, wo er von 1923-1931 wirkte. P. Wünsch hat Dänemark in sein Herz geschlossen und nie wieder vergessen.

Die nächste Station seines Lebensweges war Berlin-Charlottenburg, wo er von 1931-1935 als Kaplan in St. Canisius tätig war. Nach zwei Jahren Seelsorge in Oppeln wurde ihm dann eine Arbeit zugewiesen, für die er wohl besondere Eignung mitbrachte: zusammen mit P. Georg von Sachsen wurden ihm die Mütterpredigten in Berlin anvertraut. Es waren die schwierigen Jahre 1937-1947.

In den Nachkriegsjahren war P. Wünsch vor allem in Biesdorf und Marienfelde als Seelsorger tätig. Von 1950-1957 ist er Hausgeistlicher bei den Karmelitinnen in Berlin-Alt Lietzow. Anschließend hatte er nacheinander sein Quartier im Ignatiushaus und im Canisiuskolleg aufgeschlagen, bis schließlich der 76jährige von der Seelsorge Abschied nehmen mußte. Die letzten 12 Jahre verbrachte er im Peter-Faber-Kolleg in Kladow, wo er aber jede Fahrgelegenheit nutzte, um mit seinem geliebten Berlin und einfach mit "den Menschen" Kontakt aufzunehmen.

Denn P. Wünsch hatte es mit den Menschen, und zwar einfach mit den Männern und Frauen unserer Gemeinden, und nicht zuletzt mit den Kindern. Die Familien, die Kinder, das waren die Schwerpunkte. Wenn er ein ausgesprochenes Charisma hatte, dann war es sein Herz und sein Blick für die Kinder. Wie viele, die er zu Jesus geführt hat, werden es ihm immer danken!

R.i.p.