P. Alfons Josef Zegke SJ
Geboren am 22. März 1922 in Osterwick b. Danzig
Ordenseintritt am 18. April 1950 in Pullach
Priesterweihe am 31. Juli 1958 in Franfurt/M.
Gestorben am 17. Mai 2002 in Bad Kissingen

"Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken,
und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.
Dies sagte Jesus um anzudeuten, durch welchen Tod Petrus Gott verherrlichen sollte"
(Joh.21,18-19).

Das war Evangelientext wenige Stunden nach P. Zegkes Tod. Kurz zuvor hat er jemand anvertraut: "Gott hat mir gesagt, was er mit mir vorhat: Ich soll sein Kreuz tragen." Nicht nur während der drei Monate vor seinem Tod wurde er geführt, wohin er nicht wollte. Er hat die Erfahrung auch in jungen Jahren machen müssen.

In einem überzeugt katholischen Elternhaus wuchs er auf. Der Vater, Hauptschullehrer, entfernte die Hitlerbilder aus der Klasse und hängte wieder die Kreuze auf. Als er dies erneut tat, wurde er fristlos aus dem Schuldienst entlassen. Der Konflikt hat den Vater so erregt, dass er noch am selben Nachmittag starb, noch bevor die Beamten kamen, um ihn in das KZ abzuholen. Bei der Beerdigung schleuderte der damalige Fähnrich Alfons Zegke den Kranz der Schulbehörde vom Grabe fort. Die von der Partei geforderte Bestrafung sprach sein Oberst jedoch nicht aus.

Im Krieg war er zunächst als Fallschirmjäger eingesetzt. Sein letzter Einsatz im Januar 43: Absprung über Stalingrad. Es gelang ihm jedoch, sich auf eigene Faust aus dem Kessel nach Westen durchzuschlagen. Gegen Ende des Krieges kam er, Oberleutnant und Kompanieführer in russische Gefangenschaft. EK I, Verwundetenabzeichen und "Gefrierfleischorden" nützten ihm nichts mehr. Dennoch verstand er es, durch Verwirren der Statistik aus der Gefangenschaft herauszukommen: So gelangte er nach dem Westen, schließlich zu seiner Mutter, die von Danzig nach Bottrop verschlagen war. Er begann ein Germanistikstudium in Erlangen, quälte sich mit der Frage, ob er nicht Priester werden sollte, da sein Bruder, Theologiestudent, gefallen war. Andererseits fürchtete er, nach den Erfahrungen im Krieg dafür nicht geeignet zu sein. Mehrere Gespräche mit P. v. Nell-Breuning brachten ihm Klarheit.

Er brach das Studium ab und trat 1950 in das Noviziat der Ostdeutschen Provinz ein. 1952-54 Philosophie in Pullach, 1954-59 Theologie in Sankt Georgen, 59/60 Tertiat in St. Andrä/Kärnten. Dann kam er nach St. Clemens in Berlin als ND-Pater, Religionslehrer in mehreren, verstreut liegenden Berufs- und Fachschulen und als Operarius.

Vom 1. April 1969 bis 1. August 1994 war er in Darmstadt Prokurator für die Zimbabwemission. Dies wurde seine große Zeit, in der er mit Organisationstalent, Phantasie, Energie und seelsorglichem Einsatz Erstaunliches zuwege brachte. Der Bischof von Chinhoyi schrieb zu seinem Tod: "Alfons war unser großer Freund und Helfer durch all die Jahre. Wir danken dem Herrgott für ihn."

Nach sechs Jahren in Koblenz an der dortigen Jesuitenkirche kam er im November 2000 in das Altenheim in Berlin-Kladow, schon stärker duch Alter und Krankheit gezeichnet als er wahrhaben wollte. Aschermittwoch feierte er zum letzten Mal mit seinen Mitbrüdern die Eucharistie und empfing das Sakrament der Krankensalbung. Dann fuhr er nach Bad Berka zu seiner 20. Operation, auf die sein Kreuzweg folgte, von dem er am 17. Mai erlöst wurde.

R.i.p.