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OTTO SYRE SJ
KALENDARIUM
DER GESELLSCHAFT JESU

 
Otto Syré
 

 SJ-Kalendarium
Veröffentlicht am 23.05.2005
Letzte Änderung am 31.10.2008
Korrekturhinweise bitte an Webmaster

 English Version

 

P. Otto Syre SJ
* 3. März 1913     † 29. Oktober 2008

P. Otto Syré wurde am 9. März 1913 in Münster als zweites Kind seiner Eltern Johann Hermann Ernst Syré und seiner Frau Maria Amalia, geb. Hundhausen geboren. Sein Vater war ein angesehener und weithin beliebter Handelsvertreter im Textilbereich. Seine Geschwister waren Elisa und Alma und sein heute noch lebender Bruder Vincenz. Neben der klar katholischen Erziehung im

Elternhaus prägten ihn durch P. Gustav Grauvogel SJ die Ideale der Katholischen Jugendbewegung im Bund Neudeutschland (ND-KMF), dem er zeitlebens verbunden blieb. Er besuchte die Lamberti Volksschule und das städtische Gymnasium zu Münster. 1933 machte er Abitur, und nach zwei Semestern Theologiestudium am Borromäum in Münster trat er am 25. April 1934 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu zu s´ Heerenberg ein. Sein philosophisches Studium von 1936 bis 1940 wurde unterbrochen durch eine schwere Lungen-Tuberkulose. Über 15 Monate verbrachte er in der Franziskus-Heilstätte zu Mönchen-Gladbach, um sie auszuheilen. Danach wurde er in seinen Aufgaben sein ganzes Leben lang häufig durch Krankheiten - mehrfach bedrohlichen - behindert. Sie zwangen ihn, insgesamt über zwei Jahre in Krankenhäusern zu verbringen.
Während des Krieges war er zeitweilig Sekretär des Provinzials Theodor Wulf SJ und erlebte dadurch am 15. April 1941 die Auflösung des Canisiushauses in der Stolzestraße zu Köln durch die Gestapo. Danach begann er das Theologiestudium an der Hochschule Sankt Georgen zu Frankfurt. Mit 14 anderen Jesuiten wurde er am 9. November 1942 in der Jesuitenkirche zu Mainz durch Bischof Dr. Albert Stohr zum Priester geweiht. Alle diese neu geweihten Mitbrüder wurden zu ihrem Schutz vor der Gestapo in Pfarreien gesandt. P. Syré war zuerst in der Pfarrei Deutschorden und dann in der Pfarrei zu Oberrad in Frankfurt und erlebte die Zerstörungen der Wohnungen und die Leiden der Menschen durch die Bombenangriffe. Nach dem Ende des Krieges setzte er bis 1947 sein Theologiestudium im Berchmanskolleg zu Pullach fort. Anschließend war er zum Terziat im Haus Sentmaring zu Münster. Von jetzt an stand sein Ordensleben im Dienste der Mitbrüder und vielseitiger Seelsorgsarbeiten. 1948 war er Sozius des Novizenmeisters in Eringerfeld. Von 1952 bis 1955 war er Sozius des P. Provinzial Nikolaus Junk. Damals versuchte er sich mit schriftstellerischer Arbeit und gab er drei Hefte "Jesuiten" im Verlag Styria heraus.
Sein besonderes Charisma zeigte sich als Hausoberer. Gut 34 Jahre war er insgesamt Superior zuerst in Saarlouis, dann in Hannover, Dortmund, Köln, Koblenz, Trier und Münster. In all diesen Städten gab er Priesterkonferenzen, Schwesternvorträge und Exerzitien.
1972 übernahm er für einige Jahre die Aufgabe, etwa 50 Mitbrüder der Provinz zu besuchen und zu betreuen, welche damals auf Einzelposten lebten und arbeiteten.
Von 1977 bis 1988 war er Nationalsekretär für das Gebetsapostolat und besuchte alle Bischöfe in Deutschland.
Von 1992 an war er frei von Aufgaben, und so wurde die Herausgabe eines Kalendariums der Gesellschaft Jesu sein Traum. Ganz abschließen konnte er dieses Vorhaben nicht mehr, wenngleich über 100 Artikel fertig vorliegen und im Internet unter seinem Namen zu finden sind.
Im April 2002 zog er mit anderen Mitbrüdern des Altenheims von Münster nach Köln-Mülheim um. Eine auffallende Stille begleitete ihn nun bis zu seinem Tod. Er war sehr glücklich in der Gesellschaft Jesu und sehr beliebt bei allen. Mit Sinn für Stil in Kleidung und Umgang strahlte er zeitlebens eine großzügige Grandezza aus.
P. Syré schrieb in seinen Aufzeichnungen: "Er erreichte immer tiefere Schichten seines Lebens, wie es in der 4. Strophe des Liedes Morgenstern der finstern Nacht von Angelus Silesius ausgedrückt ist." Am frühen Morgen des 29. Oktober 2008 vollendete er ganz ruhig sein Leben.

"Du erleuchtest alles gar, was jetzt ist und kommt und war.
Voller Pracht wird die Nacht, weil dein Glanz sie angelacht,
weil dein Glanz sie angelacht."


R.I.P.


Zur Einführung

Von dem dänischen Philosophen und Theologen Sören Kierkegaard (1813-1855) stammt das Wort: 'Leben kann man nur vorwärts, das Leben verstehen nur rückwärts.' Für jeden Menschen hat seine Vergangenheit eine wesentliche prägende Bedeutung. Das gilt auch für Organisationen und erst recht für Lebensgemeinschaften.

Dieses Kalendarium wendet sich an die Mitglieder des Ordens und erstrebt, sowohl die Verbundenheit mit dem Leben des Ordensgründers wie auch die Traditionsverbundenheit mit wichtigen Ereignissen der Gesellschaft Jesu und mit der Geschichte der deutschsprechenden Ordensprovinzen zu fördern und zu stärken.

Schon früher gab es Publikationen solcher Art. Im Jahre 1870 waren im Scholastikat der Gesellschaft Jesu zu Maria-Laach die fast vergessenen 'Gesammelte Nachrichten aus der Deutschen Provinz und den Missionen' erschienen. Sie nahmen aber schon 1872 durch die Vertreibung der Jesuiten aus Deutschland ein jähes Ende. Im Jahre 1897 erschienen in der Verbannung die 'Mitteilungen aus der Deutschen Provinz'. Mit Ausnahme der Unterbrechung im 2. Weltkrieg erschienen sie zuletzt Ostern 1967. Offenbar waren redaktionelle Gründe dafür ausschlaggebend. Dem letzten Redakteur, P. Adolf Rodewyk, (gestorben 1989 in Münster im hohen Alter von 95 Jahren) wurde es zu mühsam, die gewünschten Artikel und Nekrologe beizubringen.

Das vorliegende Kalendarium hat die gleiche Zielrichtung wie diese früheren Publikationen. Es möchte wichtige Kenntnisse über unsere Gesellschaft und über die deutschsprechenden Ordenprovinzen bewahren und vertiefen und dadurch eine größere Liebe zur Gesellschaft Jesu fördern und stärken. Der Text ist so redigiert, dass er als kurze Tischlesung geeignet ist, zumal in den Ausbildungshäusern für unsere jüngeren Mitbrüder, für die ein historisches Wertebewusstsein von hoher Bedeutung sein dürfte.

Für die Auswahl der Artikel hat der Herausgeber im Zweifelsfall den Rat kompetenter Mitbrüder eingeholt. Dennoch wird manches der Verbesserung und Ergänzung bedürfen. Der Herausgeber bittet daher um Anregungen und Empfehlungen. Gedankt sei allen, die bei der Vorbereitung dieses Kalendariums mitgeholfen und seine Publikation ermöglicht haben.

Köln, Friedrich-Spee-Haus,
am 1. Januar 2004,
dem Titularfest der Gesellschaft Jesu.

P. Otto Syré SJ


Kalendarischer Gesamtindex

Feb -  Mär -  Apr -  Mai -  Jun -  Jul -  Aug -  Sep -  Okt -  Nov -  Dez

       Januar
01   Titularfest SJ
01   Norddeutsche Provinz SJ
04   Astrain Antonio
07   Klein Wilhelm
08   Eintreffen der Pariser Gefährten in Venedig
18   Anderledy Anton Maria
19   Laínez Diego
24   Jesuiten in Maria Laach
26   Jungmann Josef Andreas
26   Beckmann Gottfried Br.
31   Aquaviva Claudius
31   Tod von Aquaviva

       Februar
02   Iñigo trifft in Paris ein
02   Ostdeutsche Provinz SJ
05   Arrupe Pedro
06   Miki Paul und Gefährten
08   Hirschmann Hans
13   Salmerón Alonso
15   Colombiere
22   Ignatius gründet das Römische Kolleg
23   Exerzitienhaus Berlin-Biesdorf
27   Wasmann Erich

       März
03   Cornely Rudolf
04   Beckx Pierre
10   Ogilvie Johannes
12   Heiligsprechung von Ignatius
14   Zahl der Mitglieder ohne Begrenzung
14   Iñigo erhält den Magistertitel
19   de Andrade Antonio
19   PT (Pater Tanner)
23   Exaten
25   Montserrat
25   Manresa
26   Gruber Gabriel
28   Kirschbaum Engelbert
29   Iñigo in Rom - Erlaubnis für Jerusalempilgerfahrt
30   Rahner Karl

       April
01   St. Georgen, Frankfurt/M.
01   Bibelinstitut Jerusalem
01   Hochschule für Philosophie München
01   Berchmanskolleg in Pullach
02   Nadal Jeronimo
02   Muckermann Friedrich
03   St. Eugenia in Stockholm 1982
08   Esch Ludwig
10   Teilhard de Chardin
18   Martin Luis
19   Ignatius zum General gewählt
22   Profess in St. Paul
22   Bley Bernhard

       Mai
01   St. Blasien
01   von Dunin Borkowski 1934
01   Rommerskirch Erich
07   Bibelinstitut in Rom
08   Rothaan Johan Philipp
14   Georg von Sachsen
16   Bobola Andreas
20   Kein Jesuitenverbot mehr in der Schweiz
20   Ignatius schwer verwundet in Pamplona
20   Daniélou Jean
24   ULF vom Wege
??   n.z.v. - Hitlers Geheimbefehl

       Juni
01   Hoffmann Hermann
05   Brüder zugelassen
05   Ignatius errichtet zwei deutsche Provinzen
09   Anchieta José de
10   Die österreichische Ordenprovinz wird gegründet
13   Peus Paul
21   Aloisius von Gonzaga
23   Gundlach Gustav
24   Iñigo empfängt die Krankensalbung
24   Priesterweihe in Venedig
25   Jesuiten in Innsbruck
30   Jesuiten in Hannover

       Juli
07   Lassalle Hugo
13   Hochzeit der Eltern von Ignatius
15   Rodrigues Simão
21   Julius III. bestätigt die SJ

21   Aufhebung der SJ 1773
23   Erbrechtliche Regelungen
25   Sonnenhaus Beuron
29   Seiler Hermann
31   Ignatius Tod
31   Exerzitienbuch Gutheißung

       August
01   Beisetzung des hl. Ignatius von Loyola
01   Faber Peter
05   Matzker Alfons
06   Jay Claude
07   Wiederherstellung der SJ
07   Spee Friedrich
09   Kalksburg
09   Balde Jakob
13   Berchmans Johannes
15   Kostka Stanislaus
15   Altötting
15   Montmartre
16   Kronseder Friedrich
17   Bleistein Roman
19   Wernz Franz
21   von Nell Breuning
26   Brodrick James
29   Codure Jean
30   Schönbrunn (cf. 1.10.)
30   Stillfried, Gebhard von
31   Pozzo Bruder Andrea dal
31   Germanikum
31   Stiftungsbulle des Germanikum

       September
04   Ignatius in Jerusalem
05   Baumgartner Alexander
08   Claver Peter
10   Valkenburg
12   Bolland Jean
13   Grillmeier Alois
14   Broët Paschase
17   Bellarmin Robert
21   Duhr Bernhard
22   Ribadeneira Pedro de
23   Bobadilla Nicolas
27   Regiminis Militantis Ecclesiae
28   Przywara Erich
30   Historisches Institut SJ
30   Borgias Franz

       Oktober
01   Direktorium / Exerzitien
05   Janssens Jean
15   Das Orientale in Rom
16   Svensson Nonni
17   Gregoriana 400 Jahre
26   Frusius (André de Freux)
30   Beckx muss Rom verlassen
30   Canisius-Kolleg Berlin
31   Br. Alfons Rodriguez

       November
01   Mayer Rupert
02   Schurhammer Georg
05   Chastonay Paul de
07   Rösch Augustinus
07   Jesuitenkirche Wien
16   Bea Augustinus
21   St. Georgen 50 Jahre
22   Heinrich-Pesch-Haus
23   Abel Heinrich
24   Ricci Lorenzo
25   Pribilla Maximilian
27   Caritas-Pirckheimer-Haus

       Dezember
01   Campion Edmund
01   Judenhilfe in Wien
03   Franz Xaver
07   Codaciao Pietro
07   Leppich Johann
08   Einweihung der Kurie SJ
13   Ledóchowski Wladimir
18   Lippert Peter
21   Polanco Juan de
21   Petrus Canisius
21   Rahner Hugo
23   Eberschweiler Wilhelm
24   Zeiger Ivo
25   Ignatius' Primiz in Rom
29   St. Georgen, Frankfurt/M.

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