75 JAHRE JESUITEN in HANNOVER 1929-2004

Kurze Geschichte der Jesuiten in Hannover

Hannover hatte das Luthertum schon früh angenommen. 1536 verfügte der Magistrat der Stadt die gewaltsame Vertreibung der letzten Katholiken. Erst nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) begann wieder katholisches Leben.
1655 kamen die ersten Jesuiten unter dem katholischen Friedrich von Braunschweig-Lüneburg nach Hannover. Dort eröffneten sie eine kleine Lateinschule und missionierten von dort aus Celle und Nienburg.
1677 kam Niels Stensen, der wietbekannte Gelehrte aus Kopenhagen, als Bischof nach Hannover. Er arbeitete gut mit den jesuiten zusammen. 1680 siedelte er von Hannover nach Münster um und vertraute den Jesuiten die ganze Seelsorge an.
1711 mussten die Jesuiten jedoch Hannover wegen Feindseligkeiten wieder verlassen. Ebenso mussten die Jesuiten in Celle 1718 die Missionsarbeit aufgeben.

Zum zweitenmal kamen sie nach dem ersten Weltkrieg. Es begann mit Akademikerseelsorge.unter Caspar Nink (1924-25), er wohnte im Marienhaus in der Gellertstraße. Um 1929 konnten die Jesuiten das Haus in der Hildesheimer Strasse Nr. 21 (ab 1958 Nr 30) erwerben. Es wurde zunächst nach dem Jesuiten Kardinal Bellarmin (1542-1621) benannt,der 1930 heiliggesprochen worden war, später nach dem Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld.

1943 wurde das Haus und die Kapelle bei einem Fliegerangriff getroffen und brannte fast völlig aus. P. Schütte, dritter Haus- oberer (1938-47), richtete im Keller eine Notkapelle ein, die für viele Trost und Halt wurde.
Am 24.Juni 1949 weihte Bischof Godehard Machens unter dem Superior P. Dehne (1947-50) die neuerbaute Kapelle dem Hl.Herzen Jesu. So wurde Haus und Kapelle bald zu einem wichtigen geistlich geistigen Ort in der Stadt. Weitere Superioren waren P.Alois Stein (1950-55) und P. Otto Syré (1955-59).

1962 wurde das Studentenwohnheim  Clemensburse vollendet. Seit 1925 - August 2001 betreuten die Jesuiten die Studenten- und Hochschulseelsorge, darunter P. Joseph Elbern (1960-70), P. Siegfried Feige (1970-79), P. Hans-Theodor Mehring (1979-85), von 1985-94 P. Hermann Josef Repplinger, danach P. Breulmann und letzter Studentenseelsorger war P. Andreas Leblang SJ.(1996-2002)

Von 1970-1978 gehörte Hannover zur ostdeutschen Provinz bis zur Zusammenlegung mit der westdeutschen Provinz zur norddeutschen Provinz. Obere waren die Patres George Platzbecker (1969-76), Herbert Roth (1976-80), ein beliebter Exerzitenmeister, Hans Theodor Mehring (1980-85). Götz Werner (1985-89), und Josef Bill (1990-96), zuletzt Hans-Bernd Bollmann (1996-2004). P. Dehne wirkte 40 Jahre als Polizeiseelsorger.
Andere Arbeiten waren Männerarbeit, Konvertitenseelsorge (P. Schütte, P. Quirl, P. Bill, P. Alois Koch) die Offene Tür (P. Kurz, P. Platzbecker, P. Gluth). MC-Arbeit (Marianische Kongregation), die sich über die Jugend-GCL bis zur heutigen KSJ-Stadtgruppenarbeit entwickelte.(P. Schilling, P. Abel, P. Ehlen, P. Klose, P. Eich, P. Dehez, P. Köst, P. Bollmann). In der Betreuung der Hauskapelle sind besonders auch zu nennen P. Johannes Beckmann und P. Ernst Förster.

Ende Juni 2004 verlassen nach 80 Jahren die Jesuiten Hannover und das Haus geht über in den Besitz der Diözese Hildesheim. Seelsorgliche Arbeiten übernehmen die Maria-Ward-Schwestern, eine ignatianische Gemeinschaft mit den Satzungen des Jesuitenordens, unter ihrem neuen Namen Congregatio Jesu (CJ).

Anschrift und Kontakt
Congregatio Jesu Hannover
Hildesheimer Straße 30
30169 Hannover
Telefon: 0511 - 98 96 2-0
E-Mail: hannover@congregatiojesu.de

Gundikar Hock SJ
Mai 2004

 

In Hannover auf dem Stadtfriedhof Seelhorst sind beerdigt:

Johannes Bartsch SJ
1919-1980

Bernhard Gluth SJ
1920-1993

Herbert Goderski SJ
1918-1997

Georg Kurz SJ
1912-1977

Rudolf Leder SJ
1899-1978

Theo Schlingermann SJ
1911-1984

Josef Wegmann SJ
1899-1959

Adrian Remmerswaal SJ
1913-1984

 

Weitere Jesuitengräber
Hedwigsfriedhof in Berlin-Reinickendorf
Neuer Katholischer Friedhof in Dresden
Friedhof Haus Sentmaring in Münster
Friedhof Melaten in Köln

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