P. Bernhard Hauptmann SJ
* 26.01.1914    05.08.1972
Ordenseintritt 1935 - Priesterweihe 1945 - Letzte Gelübde 1952

Bernhard Hauptmann wurde am 26. Januar 1914 als Sohn eines Lehrers in Metzwitz/Krs. Grottkau geboren. Der Vater starb als Soldat schon zu Beginn der ersten Kriegsmonate 1914.
Bernhard Hauptmann besuchte ein Realgymnasium in Breslau und zwar als Zögling unserer Patres im Internat Kurfürst Franz Ludwig. Nach bestandenem Abitur trat er am 29. April 1935 in Mittelsteine in die Gesellschaft Jesu ein. Philosophie studierte er in Pullach. Aber wegen seiner Einberufung zur Wehrmacht mußte er dieses Studium unterbrechen und konnte es erst später in Frankfurt (St. Georgen) und in Münster vollenden. Noch schwieriger gestaltete sich das Studium der Theologie, die er nach der Entlassung aus der Wehrmacht im Oktober 1942 in Frankfurt begann (1942/44), in Wien und Neiße fortsetzte (1944/45) und in Pullach (1945/47) abschloß. Die Priesterweihe empfing er zusammen mit Robert Frater und Josef Menzel am 25. Februar 1945 in Jauernig/Sudetenland. Es war die letzte Priesterweihe, die Kardinal Bertram erteilte.

Bernhard Hauptmann war zunächst kurze Zeit Operarius in Neiße und Mittelsteine und führte dann, wie schon gesagt, seine Studien in Pullach zuende. Vom September 1947 bis August 1950 war er Kaplan in Freital/Sachsen und machte 1950/51 in Münster sein Tertiat. Danach kam er als Operarius nach Dresden-Hoheneichen, wurde aber Kaplan an der Kirche der Unsrigen in Dresden-Strehlen (im folgenden Jahr auch Ökonom). Nach dem Tod von P. Christmann war er kurze Zeit stellvertretender Pfarrer und wurde 1954 Minister und Ökonom. Als solcher leitete er den Bau der St. Petrus-Kirche in Dresden.

Am 15. Oktober 1965 wurde P. Hauptmann Kuratus in Berlin-Biesdorf-Süd und versah dieses Amt bis 30. April 1971. Schon schwerkrank übernahm er noch die Stelle eines Hausgeistlichen in Ützdorf/Kreis Niederbarnim, wo die Grauen Schwestern ein kleines Altersheim unterhielten. Von dort kam er, bereits todkrank, ins St. Hedwigskrankenhaus in Ostberlin, wo er am 5. August 1972 starb.

P. Hauptmann war schon in jungen Jahren kränklich, aber stets hat er seine Leiden tapfer und geduldig ergeben getragen. Mit Recht heißt es darum in der Todesanzeige: "In einem schweren Leiden, das der Verstorbene so selbstverständlich annahm wie alle früheren Aufgaben, hat Gott ihn vollendet."

P. Bernhard Hauptmann liegt begraben auf dem Hedwigfriedhof in Berlin-Hohenschönhausen

R.i.p.

Aus Rundbrief/Ostdeutsche Provinz SJ,
Nr. 5/September 1972, S. 78f