P. Erich Bollonia SJ
* 3. Juli 1890 in Köln
15. April 1966 in Berlin

Im Monat März klagte P. Bollonia über Schmerzen in der Leistengegend. Ein zehntägiger Aufenthalt im Franziskuskrankenhaus ließ zwar keinen Krankheitsherd erkennen, brachte jedoch eine solche Besserung, daß der Pater wieder zelebrieren und außer Bett bleiben konnte. Anfang April trat wieder eine Verschlechterung ein, so daß er auf seinen Wunsch hin am 6. April die Krankensalbung empfing. Am 15. April setzte ein so rapider Kräfteverfall ein, daß er trotz allen Bemühens der Ärzte gegen 22 Uhr im Franziskuskrankenhaus in Gegenwert von P. Augustin OFM friedlich ohne Todeskampf heimgegangen ist.

P. Erich Bollonia wurde am 3. Juli 1890 in Köln geboren. 1909 trat er in Holland in die Gesellschaft Jesu ein und studierte nach dem Noviziat von 1911-14 in Valkenburg Philosophie. Den Krieg verbrachte er als Militärkrankenwärter im Reservelazarett Aachen. Nach Valkenburg im November 1918 zum Studium der Theologie zurückgekehrt, wurde er dann 1921 zum Priester geweiht. Vier Jahre arbeitete er danach in Essen, vor allem auch im Bund Neudeutschland. Dann begann seine große Zeit als Leiter der Exerzitienhäuser in Berlin-Biesdorf (1927-34) und in Zobten bis zur Beschlagnahme 1940. Die folgenden fünf Jahre leitete er das Seelsorgsamt der Diözese Olmütz in Freudenthal.

Nach zweimaliger Vertreibung beginnt für ihn 1946 ein richtiges Wanderleben: Eringerfeld, Hallenberg, Krankenhausseelsorger in Erfurt Hochheim (1947), von da bis 1951 nach Eisleben. Bis 1955 ist der Pater als Spiritual und Operarius auf dem Jakobsberg, dann versieht er bis 1960 das schwere Amt der Spirituals und Krankenhausseelsorgers im Alexianerkloster Neuß. Von 1960 bis 1962 weilt er als Krankenhausseelsorger im St. Josefskrankenhaus in Meckenheim.

Doch nun ist seine Kraft gebrochen. Nach einem Aufenthalt im Canisius-Kolleg (1962/63) zieht er in Kladow in die Infirmerie ein. Aber auch hier gönnt er sich noch keine Ruhe.

Durch viel Gebet, eine umfangreiche Korrespondenz und intensive Werbung für katholische Bücher und Zeitungen versucht er weiter apostolisch zu wirken.

P. Bollonia war von seiner Sendung als Priester durchdrungen. Ohne Menschenfurcht, von Ehrfurcht vor Gott erfüllt, ging er seinen Weg. Wenn dann auch Alter und Krankheit die äußere Schale teilweise rauh erscheinen ließen, der gute, solide Kern strahlte immer wieder durch.

R.i.p.

Rundbrief 2/1966, S. 4f