Bruder Bruno Harwardt SJ
9. März 1987 in Berlin

Als sich am Montag, dem 9. März, im Kolleg herumsprach, daß Br. Harwardt vor dem Morgengrauen plötzlich verstorben sei, da waren ungläubiges Kopfschütteln und sprachlose Betroffenheit die Antwort. Hatte man ihn nicht am Wochenende noch gesehen, wie er - so kannte man ihn in all den Jahren - mit der großen Aktentasche, der Schiebermütze und dem braunen Mantel mit weitausgreifenden Schritten zum Briefkasten ging, Besorgungen erledigte und kleine Abstecher zu den Baustellen in der Umgebung machte, um dort die jüngsten Baufortschritte zu begutachten? Hatte er nicht noch am Sonntagabend die Andacht vorbereitet und mit den Mitbrüdern am Tisch gesessen? Nur langsam konnten wir es fassen, daß er künftig nicht mehr da sein, daß sein Schreibtisch in der Verwaltung verwaist bleiben würde. Umsonst würden ihn die Lehrer um Erste Hilfe anrufen.

Mit Bruno Harwardt ist nach P. Heinrich Klein erneut ein Stück des Canisius-Kollegs entschwunden, wie es Generationen von Schülern und Eltern kannten. Er prägte die Eigenart unserer Schule mit; er war ein Teil ihrer Geschichte.

"Durch ihre täglichen Arbeiten im Hintergrund, vor allem aber auch durch ihr Gebet und ihre tiefreligiöse Haltung tragen die Jesuitenbrüder dazu bei, daß Unterricht und all der sonstige Schulbetrieb ungestört und für unsere Schüler erfolgreich geleistet werden können". Mit diesen Sätzen im Heft 'Unsere Schule 1983' umriß Br. Harwardt das, was sein Leben ausmachte, was ihn bewegte und wofür er bis zum letzten Tag tätig sein wollte. Immer wieder sprach er davon, welche Gnade es für ihn bedeute, in die Gesellschaft Jesu gerufen zu sein.

1. Der äußere Weg
Bruno Harwardt wurde am 7. Januar 1911 in Königsberg/Preußen geboren. Seine Eltern, Josef, Stellmacher und Werkmeister im R A W Königsberg und Anna, geb. Haffki, stammten aus Frauenburg. Die Geschichte seiner Familie und seiner Heimat, d.h. des Bistums Ermland und des Herzogtums Preußen, beschäftigte ihn zeitlebens. In mühsamer Kleinarbeit in Archiven, durch zähes Suchen in Pfarrbüchern und durch einen ausgedehnten Briefwechsel gelang es ihm, seine Vorfahren bis ins Jahr 1577, dem Hochzeitstermin des Bauers Ambrosius Harwart, zurückzuverfolgen. In der Landesgeschichte kannte er sich aus. Bis zuletzt las und exzerpierte er historische und heimatkundliche Werke. Darüber wurde er selbst zum Fachmann, der anderen bei der Suche nach persönlichen Dokumenten, Familiendaten und bei der Beschaffung von Unterlagen behilflich sein konnte. Mit großer Liebe hing er an seinen drei Schwestern und zwei Brüdern. Gern erzählte er von Verwandten und ermländischen Freunden. So stolz er darüber war, seine Wurzeln im katholischen Ermland zu haben, so offen war er für Fragen der Religion und der Ökumene. Häufig betonte er, als einziger katholischer Schüler am evangelischen Religionsunterricht teilgenommen zu haben. Er schätzte Martin Luther und hat wohl die meisten Bücher durchgesehen, die zum Lutherjahr 1983 erschienen. "Ja, Luther - das war ein Mann." Der Stil, mit dem H. Grisar S.J. gegen Luther zu Felde gezogen war, behagte ihm da gar nicht. Weite und Verständnis zeichneten ihn aus; "das darf man nicht so eng sehen", war seine Entgegnung auf so manches Problem.

Zu dieser Aufgeschlossenheit paßten seine Liebe zu Kakteen, von denen er über 40 im Fensterbereich stehen hatte - zur Freude der unter ihm wohnenden Mitbrüder, wenn er sie wässerte - und seine kunsthistorischen Interessen. Einer guten Bekannten schrieb er am 6. November 1985: "Da haben Sie mir eine wirklich große, freudige Überraschung bereitet mit dem Jubiläumsbuch Ihrer Pfarrgemeinde. Herzlichen Dank auch für Ihre lieben Zeilen. Das Buch werde ich in Abschnitten gut studieren. Sie müssen wissen, daß ich mich gerade für Kirchen und ihre Kunstschätze sehr interessiere. Da sammle ich Kunstkarten von Domen, Kirchen und allen künstlerischen Einrichtungen wie Innenansichten, Altäre und Heiligenbilder." Sein großer Rosenkranz war schon so etwas wie eine Reliquie höheren Grades. Mit ihm pflegte er Portale, Figuren, Heiligenbilder usw. zum Zeichen der Erinnerung und der Verbundenheit zu berühren; ohne ihn reiste er nicht.

Nach Abschluß der Mittelschule in Ponarth machte Bruno Harwardt eine kaufmännische Lehre in einer Ledergroßhandlung in Königsberg. Über die Katholische Kaufmännische Jugend (KKV) lernte er die in der Theaterstraße ansässigen Jesuiten, darunter die PP. Wehner und Dietz, kennen. Zur Überraschung seiner Familie entschloß er sich zum Eintritt in den Orden und begann im Herbst 1931 das Postulat in Mittelsteine. Später erinnerte er sich noch mit Schmunzeln, daß der erste Tag gerade ein Duplexfest war; "das ging ja gut los"!

Am 15. April 1932 empfing er das Ordenskleid und durfte am 18. April 1934 die Ersten Gelübde ablegen. Kurz darauf wurde er ans Aloisiuskolleg nach Bad Godesberg zu einer Krankenpflegeausbildung geschickt. Aber schon im Dezember 1935 mußte er nach Berlin umsiedeln, weil dort dringend ein Mann in der Verwaltung gebraucht wurde. Im Gefolge von Schwierigkeiten und Maßnahmen, die die Devisenprozesse gegen Ordensmitglieder mit sich brachten, hatte Br. Kirschniok in Valkenburg einspringen müssen. Br. Harwardt wurde an seine Stelle nach Charlottenburg gerufen. Aus nächster Nähe erlebte er so auch das Ringen um den Bestand des Kollegs. Manchen Botengang mit wichtiger Post hatte er damals zu erledigen. Er lernte nicht nur die Nuntiatur in der Rauchstraße, sondern auch manche dem Orden in keiner Weise gewogenen Dienststellen und Organe kennen. Die Abbauverfügung vom 16. Juli 1936 nahm dem Gymnasium am Lietzensee jede Zukunft. So wurde Br. Harwardt im November 1937 nach Mittelsteine versetzt, wo er in der Verwaltung, in der Sakristei und in der Ausbildung junger Mitbrüder tätig war. Im Februar 1940 wurde er zum Militär eingezogen und machte bis zum November 1941 mehrere Feldzüge mit.

Nach der Entlassung aus der Wehrmacht aufgrund des Geheimen Führerbefehls vom 31.05.1941, der alle Jesuiten als n.z.v. ('wehrunwürdig') deklarierte, gehörte Br. Harwardt zur Kommunität in Heiligelinde. Er war betraut mit der Verwaltung des Stiftsgutes und mit dem Küsteramt an der berühmten Wallfahrtskirche. Die drei Jahre in dem viel besuchten Pilgerort an der Grenze von Ermland, Masuren und Bartenland, gehörten zur schönsten Zeit seines Lebens. Heiligelinde blieb ihm auch bis zum Tod das große Anliegen. Wenn er davon sprach, geriet er fast ins Schwärmen. Nach seinem plötzlichen Tod fand ich postfertig ein Einschreiben vor, in dem er dem Goldschmied, der an einer Nachbildung der kürzlich gestohlenen berühmten Monstranz arbeitet, eine Goldspende übersandte. Sein letzter Gruß an Heiligelinde!

Im Januar 1945 überrannten russische Armeen Ostpreußen. Auch der Wallfahrtsort und die Kirche wurden besetzt. Schwere Leidensmonate brachen an. Im Februar 1945 wurde Br. Harwardt mit P. Heribert Schulz und vielen anderen Zivilinternierten an den Ural verschleppt. Für das Provinzarchiv schrieb er später eine Zusammenfassung dieser bitteren Zeit. Dieser Bericht ist nicht nur ein zeitgeschichtliches Dokument, sondern auch eine Aussage über den Verfasser und das, was ihm Berufung und innere Form war. Ist es zu gewagt, diese Monate als erneute Große Exerzitien anzusehen?

    "Am 20. Februar wurde uns der Befehl des russischen Kommandanten von Rössel überbracht, daß sich alle männlichen Arbeitskräfte von 17 bis 50 Jahren freiwillig zur Wiederherstellung der entstandenen Kriegsschäden an Brücken, Straßen und Eisenbahnstrecken zu melden hätten. Für ausreichende Verpflegung und Unterkunft sei gesorgt; so hieß es in dem Befehl. Trotzdem sollte für ca. 14 Tage die Verpflegung mitgebracht werden...

    Nachdem P. Schulz am nächsten Morgen in aller Stille im Zimmer die hl. Messe gefeiert hatte, zogen wir zur Meldestelle nach Rössel ab... Dort wurden wir mit noch 20 Mann in ein Gastzimmer eines Hotels eingesperrt. Am nächsten Morgen wurden wir auf die Straße geführt und unter schwerer Bewachung ging der Marsch los in die Gefangenschaft. Unser Schub betrug 52 Personen, unter denen sich auch Jugendliche von 15 Jahren sowie Männer von 60 Jahren befanden... In Rastenburg wurden wir in einem Kohlenkeller eingesperrt und dort fand dann die erste Vernehmung durch die G.P.U. statt... Am nächsten Morgen, als wir wieder auf die Straße geführt wurden, trug P. Schulz um die linke Hand einen stark durchgebluteten Verband. Er hatte sich beim Brotschneiden ziemlich tief in den Handballen geschnitten und selbst verbunden, so gut er es im dunklen Keller vermochte. Wir wurden dann auf Lastkraftwagen nach Insterburg befördert. Dort wurden wir zu 100 Personen in einen Waggon gesperrt und die Türen des Viehwagens wurden wieder geschlossen. Als ich nun nach zwei Tagen die Wunde des P. Schulz nachsah, war ich erschrocken von dessen Zustand. Mir war klar, daß hier eine schwere Sepsis vorliege. Vom Posten verlangten wir einen Arzt, der auch zugesagt wurde, aber niemals kam.

    P. Schulz hatte sich zudem auf dem langen Marsch mit schwerem Gepäck an der Lunge etwas geholt. Er hatte wohl Ruhr oder Typhus bekommen. Am 1. März war er schon so schwach, daß er nicht mehr allein stehen konnte. Ich war tief beeindruckt von seinem leidenden Zustand und wollte es nicht wahrhaben, ihn jetzt zu verlieren. Er tröstete mich aber und war ganz indifferent bezüglich seiner Krankheit ... Wenn es der Wille Gottes sei, wolle er gerne sterben. In der Nacht zum 2. März verschlimmerte sich sein Zustand immer mehr. Ich legte meinen Arm um seinen Nacken und stützte ihn so gut ich es in der Enge vermochte; er hielt das Sterbekreuz in seinen Händen und betete fortwährend kurze Stoßgebete. Zwischendurch sprach er oft von seiner Liebe zur Gesellschaft Jesu und freute sich, daß er am 2. Februar unter den primitivsten Verhältnissen seine Letzten Gelübde ablegen durfte. Aus seinem reichen Wissen gab er mir noch einige Ratschläge und bat mich sehr, doch alle Mitbrüder herzlich zu grüßen, wenn ich wieder heimkehren sollte. Dann sang er mit halblauter, schöner Stimme eine hl. Messe, wobei er die rituellen Zeremonien machte, so gut er es vermochte. Sehr schön und gut vernehmbar sang er noch das Ite Missa est. Dann wurde er ganz still und die paar wenigen Worte, die vernehmbar waren, konnte ich nicht mehr verstehen. Nur das Wort Mutter hörte ich einigemale heraus. Dann merkte ich, daß seine Hände kalt wurden und die Stirne mit kaltem Schweiß bedeckt war. Er hatte ausgelitten ...

    Gegen Mittag wurde auf einer Station die Wagentüre aufgeschoben und uns wie jeden Tag eine Wanne Wasser und eine Wolldecke voll Hartbrot reingereicht. Bei der Gelegenheit meldeten wir den Tod des P. Schulz dem Transport-Offizier, der dann den Toten in den letzten leeren Waggon tragen ließ. Ich selbst habe meinen Mitbruder dorthin tragen helfen. - Im Laufe des vierwöchigen Transportes zum Ural wurden so drei Waggons mit Toten gefüllt. In unserem Güterwagen starben allein 36 Personen, die meist Durchfall hatten und körperlich unterernährt waren."

Im Dezember 1945 durfte Br. Harwardt als Kranker die Rückfahrt antreten. Er wurde nach Berlin-Biesdorf entlassen. Seine neue Heimat wurde die Kommunität bei St. Clemens in der Stresemannstraße. Hier und in den Trümmern des alten Gymnasiums am Lietzensee hatte P. Heinrich Klein im Juli 1945 den Schulunterricht wieder eröffnet. Br. Harwardt stieß zu der Gruppe von Jesuiten, die unter großen Entbehrungen und entgegen allen Zukunftsprognosen unter schier untragbaren Bedingungen das Canisius-Kolleg neu gründeten. Im September 1947 gehörte er dann auch zu denen, die im schwerbeschädigten Krupphaus im Tiergarten begannen und in der trostlosen, zerbombten Gegend das Fundament und die Form für das schufen, was wir heute 'Unsere Schule' oder einfach als 'CK' bezeichnen.

Hier brachte er seine Lebenserfahrung und seine praktischen Kenntnisse voll ein. Lehrer, Schüler und Eltern erlebten, wie er immer wieder ein aufmunterndes Wort fand, ohne viel Aufhebens half, sich einfach zur Verfügung hielt. Das Schulsekretariat und die Verwaltung waren der Ort, wo er seinen Glauben menschlich faßbar und überzeugend lebte. Vielen wurde er zum Ratgeber, Nothelfer und humorvollen Tröster.

Ein großes Anliegen blieben ihm seine Ermländer. Er fehlte nie, wenn sie sich trafen. Zu ihm konnten sie mit all ihren Nöten kommen. Man wußte, Br. Harwardt ist ansprechbar, wenn man eine Auskunft braucht, wenn etwas zu verschicken ist, wenn man nicht so recht weiter weiß. So ist es auch nicht verwunderlich, ein welch treuer Briefschreiber Br. Harwardt war.

Am 15. April 1982 konnte er das Goldene Ordensjubiläum feiern. Im Dankesbrief an die Freunde schrieb er von seiner Beschämung über all das gehörte Lob: "Ich bin nur den Weg gegangen, den mich Gott geführt hat. Schließlich sind 50 Jahre Ordensleben eine unverdiente Gnade Gottes und ein freies Geschenk an uns schwache Menschen. Gott dem Herrn sei aufrichtiger Dank dafür:"

Zuversichtlich blickte er voraus und war froh, weiterhin für die Schüler und sein Canisius-Kolleg arbeiten zu können. Ans Altenheim dachte er nur, wenn er dort alte Freunde besuchte und beim Memento der Messe.

Ein Unfall im vergangenen Jahr, bei dem ihn ein Reisebus anfuhr und verletzte, nahm ihn offensichtlich weit schlimmer mit, als er es wahrhaben wollte und wir es merkten. Seit einigen Wochen ging ihm die Arbeit nicht mehr wie gewohnt von der Hand, der Schritt wurde schleppend, er litt unter Atemnot, ermüdete sehr schnell. Zum 3. März notierte er im Kalender: "Visite bei Dr. Anders, Herzkranzgefäßverengung:" Er nahm es gefaßt auf; er war bereit.

Am Morgen des 9. März gegen 4.20 Uhr rief er mich an: es gehe ihm sehr schlecht, er bekomme keine Luft. Der erste Anfall - offenkundig ein Herzinfarkt - hatte ihn kurz nach Mitternacht getroffen. Der Weg ins Krankenhaus wurde ihm jedoch erspart. Ein zweiter Infarkt trat ein. Die letzten Worte waren das Stoßgebet: "Lieber Gott, sei mir gnädig:" Er wiederholte es immer wieder.

2. Die inneren Formkräfte
Überblickt man den Weg und das Lebenswerk Bruno Harwardts, dann bieten sich drei Leit-Worte an: die Bereitschaft, sich führen zu lassen, die gelassene Freude zum Leben und der Wille, ein handhabbares Werkzeug für den Herrn zu sein.

Nostrae vocationis est diversa loca peragrare: So umreißt die 3. Regel des Summarium unseren Auftrag. Br. Harwardts Leben war bestimmt durch ein Vielerlei an Wegen: weite Entfernungen und Versetzungen bis 1946 und viele kleine Wege in der Zeit danach. Er war stets bereit, dorthin zu gehen, wo es mehr dem göttlichen Willen entsprach und wo mehr Hilfe für die Menschen zu erwarten stand. Er bemühte sich, Wirklichkeit wahrzunehmen und die Tatsachen wahr sein zu lassen. Und er war bereit, Grenzen zu akzeptieren. Ihn faszinierten Pflanzen und Baustellen. Er öffnete sich Neuerungen, ohne zu verhehlen, daß ihm Computer nicht lagen und manche technische Sache zu weit ging. Er gestand ein, was ihn belastete, und wir gaben ihm manchmal auch Stichworte, die ihn aufbrachten (dazu gehörte etwa die Fa. Siemens). Vielleicht haben wir zuweilen seine vielen Wege und Botengänge allzu selbstverständlich genommen.

Aus dem Wissen, daß Gott der 'Freund des Lebens' ist (Weish 11,26), war er selbst dem Leben Freund: er war sich selbst gut, ein 'gelassener' Mensch, und er war anderen gut, 'ein Segen sollst du sein' (Gen 12,2): Er blieb gütig, auch wenn ihm manches nicht leicht fiel. Die vielen Austritte bedrückten ihn. Er kam nur schwer damit zurecht, daß so wenige Schülerinnen und Schüler einen geistlichen Beruf ergreifen. Ihm, dem zuverlässigen und konsequenten Arbeiter, war nicht verständlich, warum mancher so leichthin den Lebensweg ändern oder völlig umkehren konnte.

Br. Harwardt war ein Mitbruder, dem die 16. Regel des Summarium nicht nur zitierfähiger Buchstabe, sondern alltägliches Anliegen war: wichtiger und wirksamer sind die Mittel, die das Werkzeug enger an Gott binden und in Seiner Hand fügsamer machen als viele äußere Mittel und Methoden. Er war ein Beter und ein Mann mit einer kernigen Frömmigkeit. So sehr ihm an Weiterbildung lag und so sehr er sich über das Tagesgeschehen informierte, so wußte er immer, daß all dies erst dann seinen wirklichen Wert entfalten kann, wenn es näher zu Gott führt. "Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit!"

In Anwendung eines seiner (fast geflügelten) Worte kann man sagen: "Bruder Harwardt - das war ein Mann!"
Möge der Herr, dem er so lange gedient hat, an ihm nun die Psalmverse erfüllen: "Du, Herr, läßt meine Leuchte erstrahlen, mein Gott macht meine Finsternis hell. Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Du schaffst meinen Schritten weiten Raum" (Ps 18). Have pia animat!

R.i.p.

P. Karl Heinz Fischer SJ

Aus der Norddeutschen Provinz, 4/1987 - Juli, S. 82-86