P. Bruno Schmidt SJ
* 26. April 1909 in Berlin
22.Januar 1965 in Berlin

Am 11. Januar ging P. Schmidt ins Marienkrankenhaus, weil die Narbe einer früheren Bruchoperation aufgebrochen war. Am 15. Januar wurde er operiert. Dabei zeigte es sich, daß ein vorhandener Leberschaden, den P. Schmidt von seiner KZ-Zeit her hatte, ernster war, als bisher angenommen wurde. Am 20. Januar trat eine Lungenembolie ein. Dazu kamen immer größer und ernster werdende Störungen des Stoffwechsels. Beides mag dann in den späten Nachmittagstunden des 22. Januar zum Tode geführt haben.

Bruno Schmidt wurde am 26. April 1909 in Berlin geboren. Er besuchte Realgymnasium und Baugewerkschule und trat am 29. April 1929 in Mittelsteine in die Gesellschaft ein. An das Noviziat schloß sich noch ein Jahr Juniorat an. Dann folgten die Philosophie in Valkenburg, und weil P. Schmidt für die Sambesi-Mission bestimmt war, sogleich auch die Theologie. Am 28. August 1938 wurde er in St. Clemens zum Priester geweiht. Nach der Theologie wurde er Kaplan an St. Canisius in Charlottenburg und in dieser Stellung wegen seiner Arbeit unter der Jugend am 25. März 1942 verhaftet. Nach einem Jahr Untersuchungshaft erhielt er wegen "fortgesetzten Kanzelmißbrauchs in Tateinheit mit Vergehen gegen das Heimtückegesetz" zwei Jahre und drei Monate Gefängnis. Als er seine Strafe abgebüßt hatte, kam er nicht frei, sondern wurde der Gestapo übergeben und von dieser im Sommer 1944 nach Dachau gebracht. 1945/48 holte er in Köln sein Tertiat nach. Anschließend war er für je ein Jahr Minister am Canisius-Kolleg und Kaplan von St. Clemens in Berlin. Im Sommer 1948 übernahm er dann das Amt des Seelsorgers für jugendliche Strafgefangene, das er bis zu seinem Tode innehatte. Gleichzeitig war er Minister und von 1954 bis 1960 Superior von St. Clemens. Nach Ablauf seiner Amtszeit kam er im Herbst 1960 als Minister ins Ignatiushaus.

R.i.p.

Rundbrief 1/1965, S. 3