Bruno Borucki SJ

P. Bruno Borucki SJ
geboren 19.4.1894 in Kostschin/Posen
geweiht 27.8.1925 in Valkenburg/Holland
gestorben 11.3.1988 in Münster/Westf.

In Kostschin, nahe der Provinzstadt Posen, wurde P. Bruno Borucki am 19. April 1894 geboren. Seine Eltern zogen jedoch bald in die Kreisstadt Ostrowo, im Südosten der Posener Provinz. Hier lebten Polen und Deutsche friedlich miteinander. Beide Sprachen beherrschte Bruno. Hier wuchs er mit mehreren Geschwistern auf, besuchte das königlich katholische Gymnasium und bestand Ostern 1913 das Abitur. Er wollte Priester werden und trat deshalb in Posen in das Priesterseminar ein. Bei einem Jesuitenpater machte er Exerzitien, die ihm den Anstoß gaben, sich diesem Orden anzuschließen. So begann er Ostern 1914 in s'Heerenberg das Noviziat. Kaum hatte er das kanonische Jahr beendet, da wurde er zum Sanitätsdienst eingezogen. Er diente mit vielen Mitbrüdern bis zum Ende 1918 im Kriegslazarett 51. Hier durfte er auch mit seinen Kursgenossen an der Front in Frankreich (Piennes) 1916 die ersten Gelübde ablegen.

Nach dem Krieg endlich konnte er in Valkenburg (Holland) sein Philosophiestudium beginnen. Zum Interstiz schickten die Obern ihn nach Köln zu P. Esch, dem Initiator der Jugendbewegung Neudeutschland (ND). Von 1923 bis 1927 studierte er die Theologie, wieder in Valkenburg. Am 27. August 1925 wurde er hier zum Priester geweiht Das Tertiat machte er bei den polnischen Mitbrüdern in Chyrow, um nebenbei auch die polnischen Sprachkenntnisse zu vervollkommnen. So gerüstet kam er 1928 nach Beuthen/OS, um die Jugend in Neudeutschland zu betreuen. Ein Jahr später schon bekam er den Ruf nach Breslau in die gleiche Arbeit als ND-Pater. Er hat hier sehr segensreich gewirkt: Die Jugend des ND zu einer engen Gemeinschaft im Glauben zusammengeführt. Noch heute erinnern sich viele an diese Zeit, die für sie so prägend war. 1937 nahm diese Tätigkeit ein jähes Ende, weil die Naziregierung sämtliche Jugendverbände verbot.

P. Borucki wurde nun in die estnische Mission gesandt, als Pfarrer in der Hauptstadt Ravel. Dort gab es nur wenige Katholiken; darunter die meisten Polen, einige Deutsche, wenige Esten. Polnisch und deutsch konnte der Pater, doch estnisch mußte er noch lernen. Auch diese Seelsorgsarbeit nahm ein schnelles Ende, als Rußland 1940 das kleine Estland annektierte, Als deutscher Staatsangehöriger wurde P. Borucki ausgewiesen. Er kam nach Dresden als Oberer und Seelsorger. Für ihn war das keine leichte Aufgabe, zumal Kriegs- und Nachkriegszeit und die starke Zerstörung Dresdens den Einsatz aller Kräfte abverlangte. Ab 1951 finden wir ihn als Superior in Leipzig; dann wieder als Seelsorger in Dresden, bis er 1961 nach Erfurt gerufen wird, um die Ausbildung der dort studierenden Mitbrüder zu unterstützen, zu ergänzen und zu vertiefen.

Von dort kam er mit 76 Jahren in die Bundesrepublik nach Gießen, wo er in der Pfarrei bei den Mitbrüdern noch viel Gutes tun konnte. Das Alter aber machte sich mehr und mehr bemerkbar, sodaß die Übersiedlung ins Altenheim Haus Sentmaring zu Münster unumgänglich wurde. Hier verbrachte er in Ruhe seinen Lebensabend. Mit der Zeit ließen seine Lebenskräfte immer mehr nach. Im hohen Alter von 94 Jahren hat ihn der Schöpfer und Herr am 11. März 1988 heimgeholt in sein ewiges Reich.

Möge Gott ihm alle Mühe und Arbeit für das Heil der Menschen in seinem Reich vielfältig lohnen.

R.I.P.