Franz Gabriel SJ

Br. Franz Gabriel SJ
geboren am 7. 10. 1919 in Groß Döbern/Oppeln
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 30.10.1937
gestorben am 16.8.2009 im Peter-Faber-Haus

Bruder Franz Gabriel wurde am 7. Oktober 1919 in Groß Döbern/Oppeln geboren. Im Kreise von vier Geschwistern wuchs er in der schweren Zeit der Inflation auf. Mit sieben Jahren kam Franz zur Schule, an der er sich durch gute Leistungen auszeichnete, so dass sein Lehrer ihm die Sprachen Latein und Englisch zum weiteren Studium empfahl. Aber die allgemeine Not zwang ihn, einen Beruf zu ergreifen, um die Familie zu unterstützen. So fand er eine Beschäftigung bei der Unfall- und Sterbeversicherung. Sein Wunsch jedoch war schon immer, ein Missionar zu werden und Anschluss an eine Ordensgemeinschaft zu finden. Durch "Zufall" entdeckte er das Büchlein "Der Jesuitenbruder". In der Verbindung mit P. Kempf wurde er über den Jesuitenorden informiert und am 30. Oktober 1937 entschloss er sich in das Noviziat einzutreten. Seine ersten Gelübde legte er am 13. November 1939 vor P. Schmutzt ab.

Die Einberufung zum Militär unterbrach seine Tätigkeit und sie führte ihn dann nach Norwegen. Im Oktober 1942 wurde er aus dem aktiven Wehrdienst entlassen und kehrte unter abenteuerlichen Umständen zurück in seine Heimat. In Oppeln übernahm er für vier Jahre das Amt des Pförtners und des Sakristans. Dieser Dienst hat ihn mit den zahlreichen Schicksalen der Vertriebenen und Angehörigen von Inhaftierten in Kontakt gebracht. Das Kriegsende mit seinen schrecklichen Folgen erlebte er in Oppeln, wohin zeitweise das Provinzialat verlegt worden war. Es näherte sich die Front, nun mussten die Mitbrüder und viele Ordensschwestern Oppeln verlassen. Der großen Umsicht und seines Mutes ist es zu verdanken, dass viele Mitbrüder und Schwestern rechtzeitig fliehen konnten.

Am 28. August 1945 zogen die letzten Brüder aus Oppeln und retteten sich zunächst nach Breslau. Die Flucht endete dann in Berlin. In dieser Stadt befand sich wieder das Provinzialat im Bezirk Dahlem und hier sorgte Br. Gabriel aus der Not heraus für die Mitbrüder.

Nach der fehlgeschlagenen Neugründung des Noviziates in Bad Homburg wurde das Noviziat 1951 nun auf den Jakobsberg bei Bingen verlegt. Am 8. August zog das Noviziat dorthin und Br. Gabriel widmete sich der Versorgung des Hauses und der Novizen. Ihm wurde die gesamte Ökonomie übertragen, wozu eine Landwirtschaft und die Betreuung der zahlreichen Gäste zählten. Im Herbst des Jahres 1960 wurde ein Altenheim in Berlin-Kladow eingerichtet und für die Pflege der älteren Mitbrüder und den Einkauf samt Küche war Br. Gabriel verantwortlich.

Auf wiederholtes Bitten des damaligen Provinzials P. Soballa lag es an Br. Gabriel nach Rhodesien zu gehen. Nach einem Sprachkurs in London kam er 1971 in Salisbury an. Schon kurz nach seiner Ankunft fand Br. Gabriel viel Arbeit im Garten des Canisius-Hauses. Er öffnete dieses Haus den zahlreichen Gästen, die dort immer sehr herzliche Aufnahme fanden. Von 1990-1992 finden wir Br. Gabriel im Arrupe Haus, wohin das Juniorat umgezogen war. Dann endete seine lange und fruchtbare Arbeit in der Mission, die von 1971-1992 andauerte. Um das neu errichtete Friedrich-Spee-Haus in Berlin-Biesdorf zu unterstützen, kam er in dieses nach der "Wende" 1989 fertig gestellte Exerzitienhaus.

Nach der Schließung dieses Hauses zog er nach Nürnberg an die Missionsprokur, um dort die Gäste zu betreuen. Am 27. Dezember 2006 zog er in das Altenheim der Jesuiten nach Berlin-Kladow, wo er seine letzte Lebenszeit im Kreise der Mitbrüder verbrachte. In den Morgenstunden des 16. August 2009 erlöste ihn unser Herr von seiner schweren Krankheit.

R.I.P.