Josef Michalke SJ

P. Josef Michalke SJ
* 3. Februar 1907
13. September 1993

Josef Michalke wurde am 3. Februar 1907 in Berlin geboren. Er stammt aus einer gut katholischen Familie. Sein Vater besaß eine Tischlerei. Von seinen vier Schwestern sind drei ins Kloster eingetreten. Sein Bruder wurde Lehrer. Nach dem Besuch der Volksschule ging Josef auf das Gymnasium zum Grauen Kloster. Dort legte er 1926 sein Abitur ab. Seine Vorliebe für den Physikunterricht behielt er sein ganzes Leben lang bei. Er war immer an technischen Dingen interessiert und ging in seinem Zimmer im Ignatiushaus gern als "DXer" auf Entdeckungsjagd in die Ätherwellen.

P. Michalke war stets stolz darauf, in der Hedwigskirche getauft und gefirmt worden zu sein. Auch ging er dort mit 8 Jahren zur Ersten hl. Kommunion. Er wurde nach seiner Erstkommunion Ministrant in der Hedwigskirche und dann in der Kapelle des Hedwigskrankenhauses. Hier lernte er die ersten Jesuiten kennen. Durch den Einfluß des Elternhauses und die Begegnung mit den Jesuiten reifte in ihm der Wunsch, Gott als Priester dienen zu dürfen.

So studierte P. Michalke ab April 1926 in Breslau Theologie. Bald hegte er den Wunsch, in die Gesellschaft Jesu einzutreten, und er begann sein Noviziat am 15. September 1926 in Mittelsteine. Seine Philosophie und Theologie studierte er in Valkenburg an der ordenseigenen Hochschule. Am 24. Juni 1937 wurde er in St. Clemens zu Berlin zum Priester geweiht. Nun begann sein segensreiches Wirken: 1938 als Kaplan in St. Canisius, ab 1947 als Diözesan-Jugendseelsorger der Frauenjugend. 1952 und 1958 arbeitete er maßgeblich mit bei den Deutschen Katholikentagen. 1960 wurde er als Diözesan-Jugendseelsorger verabschiedet und wurde Krankenhausseelsorger im Gertraudenkrankenhaus.

1965 wurde er zum Superior und Pfarrer von S. Albertus in Gießen ernannt, aber schon zwei Jahre später rief man ihn nach Berlin zurück, wo er der Leiter des Exerzitienhauses Maria Frieden in Kladow wurde. 1983 schickte ihn P. Provinzial ins Ignatiushaus, wo er weiter in der Seelsorge tätig war. Er war ein beliebter und gesuchter Beichtvater. Nach 10jähriger Tätigkeit im Ignatiushaus wurde er aus Alters- und Gesundheitsgründen am 12. Juli 1993 ins Peter-Faber-Kolleg versetzt. Die Ruhe in seinem Alterssitz war ihm nicht lange vergönnt.

Nachdem er am späten Abend des 3. September gestürzt war, verschlechterte sich am nächsten Morgen sein Befinden so auffällig, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Dort schwankte sein Gesundheitszustand zwischen anfänglicher Bewußtlosigkeit und Gesprächsbereitschaft. Trotz Ansprechbarkeit wurde sein Atmen am 13. September immer schwerer und sein Zustand immer schwächer. In der Nacht des gleichen Tages erlöste ihn unser Herr, nach dem sich Josef Michalke in der letzten Zeit so sehr gesehnt hatte. Möge er ruhen in Frieden.

R.I.P.