Karl Neumann SJ

Zum Gedenken an
Bruder Karl Neumann SJ

Du bist ein tüchtiger und treuer Diener.
Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn.
Mt 25,21

Bruder Karl Neumann, am 30. Juni 1908 geboren, konnte seine sächsische Heimat nicht verleugnen. Nach einer Lehre als Schlosser und abgelegter Gesellenprüfung trat er am 15. November 1926 zu Tisis/Vorarlberg in die Gesellschaft Jesu ein. Er blieb noch ein weiteres Jahr in Tisis und wurde 1934 in die Residenz nach Saarlouis versetzt. Dort wirkte er als Küster, Heizer usw. Von 1934 bis zu seiner Einberufung im Jahre 1942 fand er eine ihn vielseitig beanspruchende, aber auch erfüllende Aufgabe in dem bekannten Wallfahrtsort Heiligenlinde in Ostpreußen. Nach Kriegsende weilte er von 1946 bis 1958 in Magdeburg. Schließlich kam er 1958 nach Erfurt-Hochheim, seiner letzten Wirkungsstätte. Ein Leben, verbracht in schlichter, selbstverständlicher Treue und ausgleichender Liebenswürdigkeit.

Br. Neumann lebte das, was die Satzungen der Gesellschaft Jesu sagen: "Unser Beruf verlangt von uns, daß wir bereit und völlig gerüstet sind zu allem, was uns wann immer im Herrn aufgetragen wird" (Exam.gen.). Wohin immer die Obern ihn sandten und mit welchen Aufgaben sie ihn betrauten, er war bereit und völlig gerüstet. Besonders deutlich zeigt sich das in seiner 22-jährigen Tätigkeit in Erfurt-Hochheim, wo ihm unter erschwerten äußeren Umständen die materielle Sorge der dortigen Kommunität anvertraut war, d. h. der Novizen, Scholastiker und Patres. Unermüdlich und erfinderisch wußte er das zum Leben Notwendige herbeizuschaffen. Trotz aller drückenden Arbeitslast blieb er ausgeglichen und froh.

Als dann seine Kräfte merklich nachließen, siedelte er in das Haus Sentmaring zu Münster über. Nach anfänglichen Umstellungs- und Eingewöhnungsschwierigkeiten fühlte er sich hier wohl und gab das Beispiel einer ruhigen und gelösten Hingabe an seinen Herrn und Meister. Als er am Karsamstag, dem 2. April 1983, wegen nicht eindeutig feststellbarer, aber zunehmender Beschwerden ins Clemenshospital eingeliefert werden mußte, ahnte wohl niemand etwas von seinem unmittelbar bevorstehenden Heimgang. In den frühen Nachmittagsstunden des 6. April 1983 rief ihn der Herr zu sich in seine Herrlichkeit. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem ordenseigenen Friedhof des Hauses Sentmaring zu Münster.

R.I.P.