Heinz Wanke SJ

P. Heinz Wanke SJ
geboren am 3. Februar 1927 in Oppeln
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 13. September 1952 in Göttingen
zum Priester geweiht am 27. August 1961 in Berlin
gestorben am 23. Oktober 2005 in Berlin-Kladow

Heinz Wanke wurde am 3. Februar 1927 als viertes von sieben Kindern in Oppeln geboren und auf den Namen Karl Heinz Eduard getauft. In der Familie fand er zu Verhaltensweisen, die ihn zeitlebens prägten: Selbstdisziplin, Fleiß in der Ausübung der übernommenen Aufgaben, Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit. Die religiöse Prägung erhielt er in seiner Heimatgemeinde, im Bund Neudeutschland und später in der Studentengemeinde in Göttingen, deren jesuitische Leiter ihn 1952 zum Eintritt in die Gesellschaft Jesu inspirierten.

Mit 16 Jahren wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen. In seiner Batterie lernte er russische Kriegsgefangene kennen, mit denen ihn eine Freundschaft verband. 1944 wurde Heinz Soldat, im Mai 1945 verwundet und in seine schlesische Heimat entlassen, Mit der Familie wurde er nach Bad Gandersheim vertrieben, machte das Abitur nach und studierte Mathematik und Physik.

Nach dem Studium der Philosophie im Jesuitenorden wurde er 1956 für ein Jahr Aushilfslehrer am Canisius-Kolleg in Berlin und machte nach einem weiteren Jahr sein erstes Staatsexamen. Von 1958-1962 studierte er Theologie. Am 27.8.1961 wurde er in der St. Matthias-Kirche in Berlin vom Bischof Julius Döpfner zum Priester geweiht. Nach dem Theologiestudium verschlug es ihn ins Tertiat in die USA.

Später kamen ihm seine Sprachkenntnisse als Auxiliary Chaplain der US Airforce von 1973-1992 in Berlin Tempelhof zugute. Die ersten pastoralen Erfahrungen machte er als Studentenpfarrer und verwaltete zwei Studentenheime. In diese Zeit fielen die studentischen Unruhen, die auch die Studentengemeinde beeindruckten und beeinflussten. Revoltierende Heimbewohner besetzten die eigenen Heime, die schließlich von der Polizei gestürmt wurden. P. Wanke erwirkte seine Versetzung und kam 1968 als Rektor ans Canisius-Kolleg. Viele Aufgaben standen ins Haus: er übernahm Verwaltungsaufgaben; die Kollegsordung wurde überarbeitet; die Aufnahme von Mädchen fiel in diese Zeit.

Schülerunruhen beunruhigten den Schulbetrieb, das Lehrerkollegium blieb nicht unbehelligt. Dann kam mit seiner Hilfe die Einführung des Kurssystems mit Informatik. Bis 1992 war P. Wanke in seinen Fächern tätig, half nach der politischen Wende beim Aufbau einer internationalen Begegnungsstätte in Kreisau. 1996 ernannte man ihn zum Krankenhausseelsorger im Franziskus-Krankenhaus Berlin. Nach einigen intensiven Jahren der Begegnung mit Kranken musste er feststellen, dass er sich verbraucht hatte.

Ab 2004 war er ein beliebter Mitbruder im Peter-Faber-Kolleg und kümmerte sich mit großem Einsatz um seinen Freund P. Lachmund. Bei dessen Beerdigung im September 2005 konnten ihn viele Lehrerinnen, Lehrer und ehemalige Schüler zum letzten Mal begrüßen.

Heinz Wanke starb am 23. Oktober 2005, wie er gelebt hat: bescheiden, ohne anderen Mühe zu machen.

R.I.P.