P. Heinrich Abeler SJ
* 1. Septmber 1898     4. Mai 1969

    Geboren zu Köln als Sohn eines Kaufmannes.
    Volksschule in Köln-Nippes.
    Realgymnasium in Papenburg (Ems) bis zur Mittleren Reife.
    Handlungslehrling in Vegesack bei Bremen.
    1917 zum Res.Batl. 75 Bremen einberufen.
    1919 als Gefreiter nach Münster entlassen.
    Kaufm. Angestellter in Münster und Arnheim (Holland).
    1923-1926 Aloisiuskolleg Bad Godesberg bis zum Abitur.
    Noviziat in Mittelsteine (Glatz).
    Philos.-theol. Studien in Valkenburg (Holland).
    18. 8. 1934 Priesterweihe.
    1935/36 Tertiat in Münster
    1936/37 Minister und Ökonom in Hochelten.
    1937-1941 Minister und Ökonom in St. Georgen, Frankfurt.
    1939 schwere Magenoperation.
    1941-1945 Kaplan in St. Castor Koblenz.
    1945 Kaplan in Bonn-Kessenich.
    1945/46 Kaplan in Harburg-Wilhelmsburg.
    1946-1948 Pfarrvikar in Thiede-Steterburg.
    November 1948 Minister und Ökonom im Noviziat Eringerfeld.
    Ab 1964 Ökonom im Noviziat Ascheberg.

Seit über 20 Jahren ist P. Abeler allen, die in unserer Provinz eingetreten sind, in Erinnerung als ein Mann von Gradheit und unbedingter Treue und Genauigkeit. Trotzdem verfiel er nicht einer hoffnungslosen Starrheit und Enge. Vielleicht hat seine angeborene Unbeholfenheit, die von den Novizen oft belacht wurde, ihm dazu verholfen, kein Perfektionist im üblen Sinne zu werden.

Auffallend war, wie aufgeschlossen trotz seiner starken Neigung zu festen Strukturen er bis zuletzt blieb. Er konnte für die Ohren hartgesottener Konservativer wahre "Häresien" von sich geben, die aber nicht oberflächliches Gerede, sondern durch mühsames Studium erworbene Überzeugung waren. Bis zuletzt versuchte er, die moderne Theologie und Bibelwissenschaft zu studieren.

Sein Lieblingswerk war der Holländische Katechismus, den er im Urtext lesen konnte. Er wurde nicht müde, auf die Mängel der deutschen Übersetzung hinzuweisen und den holländischen Text zu verteidigen. Der "treue Husar", wie er von seinen älteren Mitbrüdern genannt wurde, zeigte auch der jüngsten Entwicklung und der Ordensjugend gegenüber Verständnis und Treue.

Seinen 6 Geschwistern und der ganzen weitverzweigten Familie fühlte er sich immer besonders verbunden. Noch am Sterbebett hatte er die Chronik der Familie Abeler bei sich. Geburts- und Namenstage seiner Verwandten, aber ebenso seiner Mitbrüder waren gewissenhaft in seinem Agenda-Kalender verzeichnet, um zu den entsprechenden Terminen jedem eine Freude zu bereiten.

Freude bereiten scheint überhaupt sein besonderes Anliegen gewesen zu sein. Darum widmete er sich am liebsten der Seelsorge. Mit großer Hilfsbereitschaft und einer klugen, vernünftigen Pastoral ging er in Einzelfällen voran. Für Trauungen war er gewissermaßen Spezialist. Besonders fiel mir auf, wie in Zuschriften und Äußerungen anläßlich seines Todes immer wieder betont wurde, wie sehr P. Abeler Freude und Zuversicht geschenkt habe, ein Zug, der unter Mitbrüdern weniger auffiel. Es muß aber ein Zug gewesen sein, der aus dem Tiefsten seiner Seele kam, denn sein letztes bewußtes Bemühen vor seinem Tod war der Versuch, das Oster-Alleluja zu singen.

R.i.p.

P. J. Metzinger SJ

Prov.Germ.Inf. - Aus der Provinz Nr. 4 - Juli 1969, S. 109f