P. Heinrich Engelbert SJ

P. Heinrich Engelbert starb am 14. Februar 1967 abends um 21.20 Uhr in Münster, Haus Sentmaring im 83. Lebensjahr. Schon seit Jahrzehnten litt er an der sogenannten Bechterewschen Krankheit, einer Verknorpelung und Versteifung der Gelenke, durch die er im Gebrauch seiner Glieder sehr behindert war. Diese Behinderung nahm von Jahr zu Jahr zu, sodaß er sich zuletzt nur noch mit Schritten von wenigen Zentimetern vorwärtsbewegen konnte. So lange er es noch eben vermochte, schleppte er sich trotzdem täglich von der Krankenabteilung in die Hauskapelle zu einer einstündigen Besuchung. Die hl. Messe konnte er bis kurz vor seinem Tode täglich feiern, wenn auch mehr oder weniger sitzend, unter getreuer Assistenz des noch um vier Jahre älteren Bruder Graber. Für die neuesten Artikel und Bücher auf religiösem Gebiet behielt er bis in seine letzten Tage ein ganz großes Interesse. Gebet, Studium und geistliche Lesung füllten seinen Tag aus. Auch als Beichtvater des Hauses konnte er sich noch immer betätigen, und einem blinden Mitbruder gab er jeden Abend eine halbe Stunde lang Anregungen zu Gebet und Betrachtung.

In den letzten Wochen kam zu seinen anderen Gebrechlichkeiten eine große Atemnot. Seine Kräfte nahmen mehr und mehr ab, und er fühlte das Ende kommen. Mit allem, was uns der Glaube und die Kirche an Möglichkeiten bietet, hat er sich darauf vorbereitet, in freudiger Erwartung der Heimkehr zum Vater. Wie oft sprach er davon, was es für eine große Gnade sei, im Berufe ausgehalten zu haben und in der Gesellschaft Jesu sterben zu können. Am 2. Februar empfing er durch P. Rektor die Krankensalbung. Am folgenden Tage, dem Herz-Jesu-Freitag wäre er gern gestorben; als ihm der Wunsch nicht erfüllt wurde, hoffte er auf den 11. Februar, das Fest der Erscheinung der Gottesmutter in Lourdes. Bei einer Wallfahrt nach Lourdes hatte er im Jahre 1908, 24 Jahre alt, den Gnadenruf zur Gesellschaft Jesu erhalten, obschon er vorher ganz andere Pläne hatte. Aber Gott ließ ihn wieder warten, bis seine Stunde gekommen war. Am 14. Februar ging es dann ver-hältnismäßig schnell zu Ende. Bis zuletzt blieb er bei Bewußtsein. Noch etwa 10 Minuten vor seinem Tode gab er den Anwesenden seinen priesterlichen Segen. Dann ist er froh und glücklich hinübergegangen zu seinem Gott und Heiland Jesus Christus, auf den er so sehnsüchtig gewartet hatte. "Beten wir füreinander!" und "Freuen wir uns im Herrn!" lautete in den letzten Wochen immer wieder sein Abschiedsgruß.

R.i.p.

aus der niederdeutschen provinz, Nr. 1 Januar 1967, S. 10