P. Johannes B. Heuer SJ
25. Oktober 1978 in Münster

Als P. Heuer nach kurzer Krankheit in Haus Sentmaring starb, da fanden sich bei seinen Papieren zwei Blätter, die überschrieben waren "Hans Heuer - einige Daten des Ordenslebens". Diese am 3.4.1976 unterschriebenen Seiten geben bei aller Kürze ein gutes Lebensbild des in Duisburg-Ruhrort geborenen Mitbruders.

"Geboren 24.6.05. Eltern und vier Geschwister haben den Krieg überlebt. Besuch des Realgymnasiums in Duisburg-Ruhrort. Eine griechische staatliche Nachprüfung in Bonn 1925. Die Vorbereitung darauf geschah zum Teil in Universitätskursen. - Eintritt in die SJ 1926 im April. Studien in Valkenburg 1928-1935. Wegen meiner vor dem Eintritt schon begonnenen philosophisch-theologischen Studien wurde ich schon 1933 zum Priester geweiht.

Terziat in Sentmaring 1935/36. - Erste Stelle: Beichtvater in der Residenz Hannover und Konvertitenseelsorger. - Zweite Stelle: Leutesdorf am Rhein als "Novizenmeister" für den Nachwuchs der Johannesmissionare von Direktor Haw. - Abberufung nach Köln als Socius Provincialis zu RP. Theodor Wulf in die Volksgartenstraße. Sozius war ich von 1942 bis Kriegsende. Dann nach Osnabrück-Haste geschickt, um den Nachwuchs der "Missionsschwestern vom hl. Namen Mariens" (=eine Gründung von Erzbischof Berning für die norddeutsche Diaspora und für Übersee) zu betreuen in religiösem und katechetischem Unterricht. Dort vielfältige Predigt, ab und zu auch Priestervorträge.

1959 Abberufung nach Fulda als Spiritual des dortigen Priesterseminars (unter Regens von Rhein). Blieb aber nur knapp zwei Jahre, weil danach die Ostprovinz in einem ihrer ausgesperrten Mitglieder diesen Posten übernahm (wie überhaupt einen größeren Teil unserer Niederdeutschen Provinz). - Dann wieder (also 1962) in Hannover, wo damals der Katholikentag war: Beichtstuhl und Vortragstätigkeit (nicht bei Priestern) in der Residenz.

Von dort habe ich mich selber wegen zu großer Beanspruchung meiner Kräfte (bin seit 1928 zuckerkrank, seit 1930 mit täglich zwei Insulin-Injektionen behandelt) weggemeldet: die angebotene Stelle im Krankenhaus als Subsidiarius in Köln-Ehrenfeld erwies sich als zu schwer. So kam ich nach Sentmaring (1973). Ich verlangte nach Tätigkeit. Diese wurde mir angeboten in Recke (Krs. Steinfurt) zur Versorgung des Gottesdienstes im Benedictus-Hospital.

Ich habe in den letzten Jahren mehrmals Krankenhäuser aufsuchen müssen (Diabetes, Prostataoperation, Nachoperation). Bin jetzt wieder in Recke."

P. Rektor Linde gab auf dem Totenbild gleichsam eine Zusammenfassung des Lebens und Tuns von P. Heuer: "Daß er sein ganzes Leben hindurch so treu war in seiner Berufung, daß er so sorgfältig war in seiner Arbeit, in den Exerzitien, Predigten, Konferenzen und vielen anderen Diensten, daß die Menschen sich so sehr auf sein gegebenes Wort verlassen konnten, hat ihm die Achtung und Liebe vieler eingebracht.- Möge Gott ihm die Freude seines Herrn schenken".

R.i.p.

Aus der Norddeutschen Provinz, 6/1978 - Dezember, S. 106