P. Peter Schmitz SJ
* 8. Mai 1898 in Mechernich/Rheinland
11. Mai 1989 in Alf

Man könnte den Lebensbericht über P. Peter Schmitz recht sensationell abfassen. Denn es gab in seinen Leben eine "Sensation", die ihn in das Rampenlicht der kirchlichen Weltöffentlichkeit brachte. An ihm geschah das Wunder, das dem 1864 seliggesprochenen Petrus Canisius 1925 zur Heiligsprechung verhalf. Daher der Name "Wunder-Schmitz", den er bis zu seinem Tode in der Provinz hatte.

Es war 1922, als er in Valkenburg im ersten Jahr seiner Philosophie sterbenskrank daniederlag. Die Mitbrüder bestürmten Petrus Canisius und - Peter Schmitz war plötzlich wieder auf den Beinen. Die Gesundung wurde als Wunder anerkannt, und P. Schmitz durfte bei der Kanonisation in St. Peter mitwirken. Als er 1933 für kurze Zeit in Trier als Beichtvater wirkte, hat er uns Schülern erzählt, wie er bei der Gabenbereitung einen Käfig mit Täubchen zum Papstaltar hinaufbringen durfte. Pater Schmitz hat "sein Wunder" später nie sehr hoch bewertet und immer mit einem Lächeln heruntergespielt. Darum wäre ihm also ein sensationeller Lebensbericht an dieser Stelle sicher nicht recht. Im weiteren Verlauf war sein Leben auch alles andere als sensationell. Es spielte sich im wesentlichen im Verborgenen ab.

Am 26. April 1919 trat P. Peter Schmitz in 's-Heerenberg in die Gesellschaft Jesu ein. Er machte die üblichen Studien (Philosophie und Theologie in Valkenburg, Tertiat in Münster) und wurde am 28. August 1927 in Valkenburg zum Priester geweiht. Schließlich weilte er zum Biennium in Rom und war von 1930 bis 1933 Lektor des Kirchenrechtes in Valkenburg. Dann begannen 40 stille, verborgene Jahre als Beichtvater und Krankenhausseelsorger in Koblenz, die durch ein paar Jahre Kaplanstätigkeit unterbrochen waren (1943-1947 in Ruhle bei Meppen). Die letzten 13 Jahre von 1976 bis 1989 war er dann noch Hausgeistlicher im St. Josefs-Altenheim in Alf/Mosel, wo er am 11. Mai 1989 ohne viel Aufsehen an Herzschwäche starb. Am 17. Mai wurde er in Münster auf unserem Ordensfriedhof begraben.

Bei seiner Beerdigung haben die Mitbrüder als Lesungstext das Hohelied der Liebe (1 Kor 13) gewählt. Die Anwesenden verstanden warum. Alle, die ihn kannten, hatten in vielfältiger Weise die Liebenswürdigkeit des P. Schmitz erfahren. Er war Zeit seines Lebens der Liebling der Kommunitäten, in denen er lebte. So auch im Altenheim in Alf! Die Beliebtheit, der er sich überall erfreute, war das Echo der Liebe, die er allen ohne Ausnahme schenkte. - Die Mitbrüder haben bei seiner Beerdigung auch gefragt: War sein Leben wohl ein typisches Jesuitenleben? Sie haben auf diese Frage geantwortet mit der Wahl des Evangelientextes von der Erfüllung des Willens Gottes als der Speise, von der Jesus lebt (Joh 4).

Der geradezu leidenschaftliche Eifer des P. Schmitz, in allem dem Willen Gottes zu entsprechen, brachte ihn in unmittelbare Nähe zu seinem Ordensvater Ignatius und machte damit sein Leben jedenfalls innerlich zu einem typischen Jesuitenleben. Bei ihm konnte man kaum ein Wort so oft hören, wie dieses: "Wie Gott will!" Und es war kein leeres Wort. Denn im Willen Gottes gab es für ihn manchen harten Brocken. Aber in der Erfüllung des Willens Gottes fand er auch sein Glück. Bis zuletzt war ein nicht zu übersehender Grundzug seines Wesens die Gelöstheit und Heiterkeit des Herzens. Sie war nicht zuletzt der innere Grund seiner apostolischen Ausstrahlung. Und damit wurde sein Leben ein Jesuitenleben, das nicht echter und typischer sein konnte.

R.i.p.

P. Georg Mühlenbrock SJ

Aus der Norddeutschen Provinz, 3/1990 - Mai, S. 65