Bruder Matthias Schönbrod SJ
* 30. Oktober 1883 in Aachen
1. Dezember 1967 in Münster

Br. Matthias Schönbrod starb am 1. Dezember 1967 in Münster, Haus Sentmaring. Er wurde geboren am 30. Oktober 1883 zu Aachen. Der Vater hatte eine große Schlosserei mit etwa 30 Angestellten. Hier lernte Matthias in jungen Jahren das Schlosserhandwerk, um später selbst den Betrieb zu übernehmen. Da er sich aber zum Ordensstand berufen wußte, trat er am 1. Oktober 1906 in die Gesellschaft Jesu ein. Im Jahre 1913 wurde er in die Afrikamission nach Rhodesien geschickt. Dort konnte er vor allem seine handwerklichen und organisatorischen Fähigkeiten entfalten. Als Bauleiter hatte er einen Trupp von etwa 120 Arbeitern und Handwerkern unter sich, die er mit großem Geschick zu leiten und einzusetzen wußte. Sein größtes Werk war der Bau der Kathedrale von Salisbury sowie von mehreren anderen Kirchen, Schulen und Kollegien.

1930 kam er zurück in die Heimat, und zwar nach Koblenz, wo für ihn eine zweite große Zeit begann. Neben all der Arbeit, die er als Pförtner und Ökonom des Hauses und als Sakristan der Kirche zu leisten hatte, galt seine Sorge vor allem den Armen und Notleidenden. Viele Almosen hat er gesammelt und mit vollen Händen verteilt. Bis an sein Lebensende erhielt er auch in Münster noch viele Dankesbriefe und Besuche von solchen, denen er geholfen hatte. Dieser schönen Koblenzer Tätigkeit machte ein schwerer Schlaganfall im August 1959 ein jähes Ende. Seine rechte Seite blieb fast ganz gelähmt, so daß er nur noch die linke Hand gebrauchen konnte. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus kam er zunächst in die Krankenabteilung nach Köln und dann im Jahre 1961 in das neue Alten- und Krankenheim nach Münster, Haus Sentmaring. Daß er Koblenz und seine schöne Tätigkeit dort verlassen mußte, hat er nie ganz verstehen können. Bei seiner großen Energie meinte er, dieser Arbeit noch irgendwie gewachsen zu sein. Daß er wirklich ohne ständige Hilfe und Pflege nicht auskam, wollte er nicht recht einsehen; so saß er bis zuletzt fast täglich an der Schreibmaschine, um mühselig seine vielen Briefe zu beantworten und Schreibarbeiten für Mitbrüder zu machen. Noch am Nachmittag vor seinem Tode hat er einen letzten Versuch gemacht. Aber ein angefangener Brief ist nicht mehr fertig geworden.

Im letzten halben Jahr nahmen seine Kräfte mehr und mehr ab. Auf den Gängen zur Kapelle, von denen er sich nicht zurückhalten ließ, ist er mehrere Male gefallen und mußte sich dann für einige Tage ins Bett legen. So war es auch am 23. November. Als er morgens aus der hl. Messe kam und sein Zimmer betreten wollt, brach er zusammen. Da sein Zustand in den folgenden Tagen immer bedenklicher wurde, spendete ihm P. Rektor die hl. Krankensalbung. Bis zum letzten Tage hat er die heilige Kommunion empfangen können, und am 1. Dezember kurz von 5.00 Uhr ist er in aller Stille heimgegangen zu Gott.

R.i.p.

Aus der Niederdeutschen Provinz, Nr. 9, Dezember 1967