P. Heinrich Schröder SJ
5. Mai 1982 in Münster

Da P. Schröder zeitlebens sich recht verschlossen zeigte und kaum über sich und von sich erzählte, läßt sich leider nur wenig von ihm berichten. Er stammte aus Wickede an der Ruhr, wo er am 10. Februar 1899 geboren wurde. Er wuchs mit 2 Schwestern und 2 Brüdern auf. Nach dem Abitur trat er im Alter von 20 Jahren in die Gesellschaft Jesu und begann am 2. Oktober 1919 das Noviziat in 's-Heerenberg. Daran schloß sich das Studium der Philosophie in Valkenburg 1921-24. Anschließend wirkte er ein Jahr als Präfekt im Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. Zum Studium der Theologie (1925-29) kehrte er nach Valkenburg zurück. Dort wurde er am 22. August 1928 zum Priester geweiht. Eine nur gering belastbare Konstitution legte ihm ziemlich enge Grenzen auf. P. Schröder versuchte allem Anschein nach, diesen Mangel durch eine vertiefte Innerlichkeit auszugleichen. Allerdings läßt sich nicht leugnen, daß seine Frömmigkeit in ihrer äußeren Gestalt zuweilen etwas besondere Züge zeigte.

Die Stationen seines Wirkens sind rasch aufgezählt: 1929-36 Krankenseelsorge in Köln-Deutz und Dortmund. 1936-41 Operarius in Bonn, Aachen und Hoch-Elten. Dann folgte ab 1941 seine langjährige Tätigkeit im Krankenhaus und Müttergenesungsheim in Schönenberg im Bröltal, bis er im Juli 1977 ins Altenheim nach Münster/Haus Sentmaring übersiedelte.

Auf seine Art lebte P. Schröder als innerlicher und gottverbundener Mensch, dessen Frömmigkeit die Grundhaltungen der Gottesmutter Maria prägten. Alle, die ihn näher kannten, schätzten an ihm seine kompromißlose Glaubenshaltung und priesterliche Gesinnung. Hier fand er die Kraft, die zunehmenden Beschwerden seines Alters und seiner Krankheiten auf sich zu nehmen und apostolisch fruchtbar zu machen. Daraufhin angesprochen, gab er stets seiner vorbehaltlosen Hingabe an Gottes Verfügung über ihn Ausdruck. In dieser Gesinnung akzeptierte er die Vorboten seines Todes, als ihn am Morgen des 14. April ein Schlaganfall traf, der seine Einlieferung ins Clemenshospital in Münster erforderlich machte. Still und gottergeben ertrug er die unausbleiblichen Schmerzen und Beschwerden im Krankenhaus, bis er in der Mittagsstunde des 5. Mai 1982 heimgehen durfte.

R.i.p.

P. Josef Ortscheid SJ

Aus der Norddeutschen Provinz, 5/1982 - Juli, S.84