P. Dezsö Szentiványi SJ
9. September 1991 in Münster

P. Szentivänyi wurde am 22. Juli 1911 in Budapest (Ungarn) geboren. Sein Vater war Angestellter bei der ungarischen Eisenbahn. Er war das einzige Kind seiner Eltern. So ist es ihnen sicher nicht leichtgefallen, ihre Zustimmung zu geben, als der junge Dezsö am 14. August 1929 nach seinem Abitur in die Gesellschaft Jesu eintrat.

Nach dem Noviziat in Budapest haben ihn seine Oberen zum Philosophiestudium nach Pullach geschickt (1931-1934). Während dieser Zeit hatte er Gelegenheit, sich in der deutschen Sprache zu üben, für die der junge, sprachbegabte Scholastiker großes Interesse zeigte.

Das Theologiestudium hat er wieder in Ungarn gemacht. Hier wurde er am 22. Juni 1940 zum Priester geweiht. Anschließend hat er seine Sprachstudien in Latein und Deutsch an der Universität in Szeged (Ungarn) fortgesetzt. Danach war er bis 1948 Lehrer am Gymnasium des Ordens in Pecs.

1949 wurde die Schule in Pecs vom kirchenfeindlichen kommunistischen Regime verstaatlicht. Damit verlor er seine Arbeitsstelle. Im Auftrag des ungarischen Provinzials hat er dann eine Gruppe von Scholastikern begleitet, die nach dem Westen floh. Auf diese Weise hat er hier selbst eine neue Heimat gefunden.

Zunächst war er in der Ausbildung der Junioren in Pullach tätig. Bald darauf kam er aber nach St. Blasien, wo er Latein unterrichtete. Von dort wurde er 1953 in das Aloisiuskolleg nach Bad Godesberg versetzt, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1973 als Lateinlehrer arbeitete.

Auch als Lehrer hat er sich sein großes Interesse für die Seelsorge, vor allem an Jugendlichen, bewahrt. Deswegen kam er auf seine eigene Bitte 1973 nach Oslo, wo er bis 1982 als Seelsorger wirkte. Er erlernte die norwegische Sprache mit einem solchen Erfolg, daß er nicht nur predigen, sondern auch kleinere Artikel schreiben konnnte.

Aus gesundheitlichen Gründen bat er dann um seine Versetzung nach Deutschland. Zunächst war er im Krankenhaus Schrobenhausen (Bayern) als Seelsorger tätig, bald aber finden wir ihn im Seniorenheim der Katharinenschwestern in Daun (Eifel). Aber schon bald ließen seine Kräfte deutlich nach. Daher wurde er Anfang 1986 in das Alten- und Pflegeheim Haus Sentmaring in Münster aufgenommen.

P. Szentiványi war ein feinfühliger, tieffrommer, stiller Mensch, dessen Stärke die Einzelseelsorge war. Seine Predigten und Vorträge hat er immer sehr gründlich vorbereitet. Sie waren gut und inhaltsreich.

"Wie eine Kerze langsam zu Ende brennt, so erlosch sein Leben, bewundernswert geduldig und still ergeben in Gottes Fügungen bis in seine letzten Lebensstunden" - so haben die Mitbrüder seinen Heimgang im Haus Sentmaring erlebt.

Der seit vielen Wochen erwartete Tod trat am 9. September 1991 ein. Am 12. September wurde er auf unserem Ordensfriedhof im Park von Haus Sentmaring in Münster zu Grabe getragen.

R.i.p.

P. Johannes Hegyi SJ

Aus der Norddeutschen Provinz, 6/1991 - Dezember, S. 158