P. Wilhelm Vincenti SJ
* 30. Januar 1883 in Bremen
8. Juli 1967 in Münster

P. Wilhelm Vincenti starb am 8. Juli 1967 um Uhr 8.40 in der Raphaelsklinik in Münster. Am 21.6.67 mußte er wegen einer schwierigen Komplikation seines alten Bruchleidens ins Krankenhaus gebracht werden. Nach einigen Tagen der Beobachtung stellte der Arzt fest, daß nur durch eine Operation das Leben vielleicht noch erhalten werden könne. Die Operation am Feste Peter und Paul und auch die ersten Tage nachher hat er zwar gut überstanden, bis dann aber doch ein vollständiger Kräfteverfall seinem Leben ein ruhiges, friedvolles Ende bereitete.

Er wurde geboren zu Bremen am 30.1.1883, kam dann später durch Versetzung des Vaters zuerst nach Aachen und darauf nach Köln, wo er das Gymnasium besuchte. Schon als Schüler hatte er ein großes Interesse für die Missionen, das er auch betätigte durch eifrige Verbreitung von Missionszeitschriften.

Am 29.9.1899 trat er, noch nicht 17 Jahre alt, in die Gesellschaft Jesu ein. Sein Interstiz machte er in Feldkirch, wo er u.a. auch Geographie unterrichtete. über Fragen der Geographie und ganz besonders über die Missionsgebiete hatte er deshalb bis an sein Lebensende ein erstaunliches Wissen, obschon fast alles andere seinem Gedächtnis entschwunden war. Zu Beginn des ersten Weltkrieges, am 2.8.1914, wurde er zum Priester geweiht und zog dann bald als Feldgeistlicher an die Front. Als Divisionspfarrer erhielt er in Serbien eine schwere Schußverletzung am linken Knie, das bis zu seinem Lebensende steif geblieben ist.

Nach dem Kriege war er zuerst einige Zeit unter den Studenten tätig und kam dann zu den Volksmissionaren. Über 300 Missionen hat er gehalten. Noch oft sprach er mit großer Begeisterung davon. In der Zeit der Verfolgung mußte er Deutschland verlassen und kam nach Brasilien, wo er unter deutschen Siedlern sehr segensreich gewirkt hat. Nach seiner Heimkehr 1948 war er zuerst Hausminister in Büren und danach Operarius und Beichtvater in Koblenz.

Durch mancherlei körperliche und seelische Bedrängnisse sehr hinfällig geworden, kam er im Jahre 1961 nach Münster, Haus Sentmaring. Durch einen Sturz auf dem Wege zur Kapelle erlitt er am 12.3.1966 einen Oberschenkelhalsbruch, so daß er für den Rest seines Lebens fast ganz an das Krankenbett gebunden war. Durch fast ständiges Gebet, besonders des Rosenkranzes, und durch beharrliche Hingabe an den Willen Gottes überwand er mehr und mehr seine Bedrängnisse und hat sich so bereitet für die Stunde, die ihm den ewigen Frieden brachte.

R.i.p.

Aus der Niederdeutschen Provinz, Nr. 6, Juli 1967