P. Josef Wegener SJ

P. Josef Wegener starb am 5. Juni 1967 um Uhr 6.25 in Münster, Haus Sentmaring. Geboren am 17.2.1892 in Siedlinghausen, Kreis Brilon, trat er am 14.9.1912 in die Gesellschaft Jesu ein. Während des ersten Weltkrieges war er mit vielen anderen Mitbrüdern als Malteserkrankenpfleger eingesetzt. Am 27.8.1925 wurde er in Valkenburg zum Priester geweiht. Nach dem Tertiat wirkte er als Operarius und zeitweise auch in der Pfarrseelsorge in Dänemark, im Ruhrgebiet, am Niederrhein, unter den Flüchtlingen, in der Diaspora, von Eringerfeld aus im Paderborner Land, bei den Canisiusbrüdern in Ellerwick und seit 1954 in dem großen Kinderheim Haus Hall bei Gescher.

Es lag ihm viel daran, zu helfen, wo er nur helfen konnte. Deshalb sein großes Interesse für die verschiedenen Fragen des sozialen Lebens, der Boden- und Geldreform, des Friedens unter den Völkern usw. Seine schlichte, fromme und frohe Art machte auf viele Menschen großen Eindruck. Viele, denen er geholfen hatte, schrieben ihm noch nach Jahren und Jahrzehnten.

Bei der Fronleichnamsprozession im vorigen Jahre brach er zusammen und hat sich davon nicht wieder recht erholt. Anfang Dezember 1966 wurde er schwer krank und kam nach Münster ins Krankenhaus und von dort nach Haus Sentmaring. Ein unheilbares Leberleiden zehrte mehr und mehr seine Kräfte auf, so daß er in den letzten Monaten vollkommen hilflos war. Er war dabei aber immer frohen Mutes, ganz in Gott geborgen, dankbar für jeden Besuch und jede kleinere Handreichung. Nie hat man auch nur eine Klage von ihm gehört oder ein Zeichen von Ungeduld an ihm bemerkt. Seine Unmittelbarkeit, in allem Gott zu finden und alles in Gott, erwies sich in seiner langen Leidenszeit tief und echt.

R.i.p.

Aus der Niederdeutschen Provinz, Nr. 6, Juli 1967