Bruder Hermann Altensell SJ
* 28. Februar 1906 in Münster-Amelsbüren
Ordenseintritt am 2. Dezember 1931 in s'Heerenberg/NL
13. Februar 1996 in Münster

Religion und Arbeit sind der goldene Boden des Volkes.
Adolf Kolping

Als Schneidergeselle in Havixbeck wurde Hermann Altensell am 15. Juni 1923 in den Katholischen Gesellenverein aufgenommen und ist der Idee und dem Werk Adolf Kolpings bis ins hohe Alter treu geblieben. Es waren nicht nur die Probleme der Weltwirtschaftskrise, sondern "wie das vor 50 Jahren so üblich war, daß er sich entschloß, zusammen mit einem Freund auf Wanderschaft zu gehen. So konnte er also sozusagen auf der Walz die segensreichen Auswirkungen der Gründung des Gesellenvaters erfahren. Das war von Juli 1928 bis Oktober 1930.

Im April 1931 nahm er an einem Exerzitienkurs für Handwerksgesellen teil, den P. Benninghaus hielt, der im KZ Dachau ums Leben gekommene Jesuit. Und in diesen Tagen hat ihn Gottes Ruf erreicht. Am 1. Juni 1931 begann er im Jesuitennoviziat der Niederdeutschen Ordensprovinz, das sich seit dem Bismarckschen Kulturkampf auf niederländischem Boden bei Emmerich befand, das sogenannte Brüderpostulat, dem nach einem halben Jahr der eigentliche Ordenseintritt folgte.

Bis 1935 blieb Br. Altensell als Schneider in der Ordensgemeinschaft von s'Heerenberg, dann bekam er seine Versetzung an das große Philosophie- und Theologiekolleg in Valkenburg. Mit der Beschlagnahme dieses Hauses durch die Gestapo wurde 1942 seiner dortigen Schneidertätigkeit ein Ende gesetzt. Innerhalb einer Stunde wurde er mit ca. 50 Mitbrüdern in LKWs gesteckt und in Aachen auf die Straße gesetzt. Von Dortmund, seinem neuen Wirkungsbereich, aus konnte er bis 1948 anstelle seiner im Krieg gebliebenen Brüder der Mutter in der Landwirtschaft zur Seite stehen, "was für mich gar nicht so leicht war. 1948 hat ihn seine tieffromme Mutter quasi zum zweitenmal dem lieben Gott geschenkt: zwei Jahre in Köln, zwölf Jahre in Frankfurt, Schneiderei und Pfortendienst. 1962 ging er wieder nach Köln zurück. Man glaubt es kaum, er hat dort 32 Jahre lang bis in sein hohes Alter Dienst getan, ein Münsterländer aus echtem Schrot und Korn! Nicht ganz zwei Jahre in Münster, hat der Herr seinen treuen Diener in seinen ewigen Lohn gerufen.

R.i.p.