Bruder Wilhelm Arndt SJ
geboren am 5. Februar 1907 in Elkenroth/Westerwald
Ordenseintritt am 19. Oktober 1928 in 's-Heerenberg
gestorben am 2. August 2000 in Münster

"Von Jugend an, o Gott, kamst du mir entgegen mit deiner Liebe."
(Tagesliturgie Peter Faber)

Die "Trierische Insel" ist für Wilhelm Arndt geistige und religiöse Heimat, der er die Treue gewahrt hat und auf die er stolz war. Acht Kinder sind in der Bergmannsfamilie groß geworden, von ihnen war er der Jüngste. Ein solider Glaube prägte das Familienleben, Vater Peter und Mutter Christina zogen an einem Strang.

An seinen Volksschullehrer erinnerte er sich mit großer Dankbarkeit, denn auf ihn führte er seine Liebe zur Literatur und Dichtkunst zurück, die ihn bis ins hohe Alter wißbegierig erhalten hat. Wir, die wir mit ihm als Mitbrüder in den verschiedenen Kommunitäten verbunden waren, fanden uns beglückt durch seine unnachahmliche Art, Gedichte und auch Prosa aus der Weltliteratur vorzutragen. Da war sein Vorrat unerschöpflich. Die Kameraden vom Afrikakorps und die Freunde aus der Gruppe der Schwerhörigen danken ihm für diese speziellen Beiträge zur Geselligkeit.

Wilhelms geistige Wachheit bewog seinen Pastor, ihm Lateinunterricht zu geben, in der Hoffnung, er könnte zum Priester berufen sein. Jedoch hat ihn Geldnot gehindert, auf diesem Wege weiterzugehen, für ihn ein schweres Opfer!

Es mußte eben mitgearbeitet werden für den Unterhalt der Familie. So lesen wir als Berufsangabe: Steinhauer, und es ist nicht erkennbar, ob damit eine Lehre verbunden war. Gelernt hat aber Br. Arndt dabei, sich in die Unvermeidlichkeiten des Lebens zu fügen und jeweils das Beste daraus zu machen. Das läßt sich auch an den verschiedenen Stationen und Tätigkeiten seines Ordenslebens ablesen: Es läßt sich leichter sagen als tun, liebgewordene Tätigkeiten aufgeben, Neues beginnen, sich von guten Freunden trennen, andere ertragen, sich von Vorgesetzten etwas sagen lassen, z. B. man solle sich als "Laienbruder" nicht mit Literatur befassen. So etwas entsprach ein wenig der Knochenarbeit im Steinbruch, der sich Wilhelm eben auch unterzogen hat, wenn auch auf andere Weise.

Gegen Ende des Monats Mai unterzog sich Br. Arndt einer neuen Aufgabe, nämlich der Vorbereitung auf einen guten Tod. Das wurde augenzwinkernd, aber auch mit Ernst registriert. Seine Kräfte ließen nach, die Durchblutung war mangelhaft. So hat er noch gut zwei Monate ausgehalten, ohne Klagen, einfach so! Wir sind dankbar, ihn als Mitbruder gehabt zu haben.