Bruder Friedrich Barbian SJ
* 3. Mai 1905
29. April 1994

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe,
komme ich wieder und werde euch zu mir holen.
(Joh. 14,3)

Diese Worte Jesu standen über dem Sterbetag von Friedrich Barbian, wie sie auch sein Leben bestimmt haben. Nicht Duisburg ist, wie viele Mitbrüder annehmen, seine Geburtsstadt, sondern Essen. Hier in der Pfarrkirche Mariae Geburt wurde er am 14. Mai getauft und in der solid-katholischen Umgebung bekam er seine Lebensprägung. Dem Beruf seines Vaters folgend lernte er das Schlosserhandwerk. Aber nach dem Krieg kam zunächst die Inflation und später die große Wirtschaftskrise. Da konnte Fritz Barbian froh sein, daß er, ein verläßlicher und treuer junger Mann, in einer Bank zum Geldzählen angestellt wurde. Die Familie war inzwischen, vermutlich in arbeitsloser Zeit, nach Duisburg umgesiedelt.

Seine Antwort auf die Machtergreifung durch den Nationalsozialismus war der Eintritt in den Jesuitenorden. Als er das Postulat am 7. Januar 1936 begann, war er 30 Jahre alt. Dabei kam noch einiges an Unruhe auf ihn zu: am 7. August des gleichen Jahres, als er gerade zwei Wochen lang Novize war, der Umzug des ganzen Noviziats von s'Heerenberg nach Hochelten. Da hatte er mitzutun, das Inventar des Noviziats von Holland nach Deutschland herüberzuschmuggeln. Das bedeutete viel Hin- und Herwandern.

Nach dem Noviziat kam er als Schlosser am 9. November 1938 nach Valkenburg. Dort wurde er Sozius von Bruder Nengelken, dem faber ferreus des großen Kollegs. Damals ahnte man noch nichts von der Aufhebung durch' die Gestapo am 7. Juli 1942. Im Gefolge dieses Eingriffs wurde Br. Barbian zum Kriegsdienst eingezogen, obgleich zu der Zeit fast alle Jesuiten-Soldaten als "wehrunwürdig" entlassen waren. Als Kradmelder geriet er in französische Gefangenschaft und kam erst 1946 frei.

Rund 45 Jahre hat er sein Lebenswerk als Schlosser im Dienst am Apostolat seiner Mitbrüder erfüllt, in Büren bis zur Umsiedlung des Kollegs nach Frankfurt, dann dort in St. Georgen 37 Jahre lang, davon einige Jahre im Konsulat des Hauses. 1986-1991 wirkte er im Canisiushaus in Köln. Starke Durchblutungsstörungen im rechten Bein führten zur Amputation, nachdem er am 20. März 1991 nach Münster gekommen war. Hier hat der Herr seinen getreuen Diener in aller Stille zu sich geholt.