P. Constantin Becker SJ
geboren am 1. Juni 1924 in Köln
Ordenseintritt am 5. April 1951 in Eringerfeld
gestorben am 10. Februar 2002 in Münster

"Am Tag meiner Not rufe ich zu Dir, denn Du wirst mich erhören."
(Ps 86)

Constantin wurde am 1. Juni 1924 als Ältester im Triumvirat seiner Brüder, wie sie sich später selbst nannten, in Köln geboren. Die Schwester folgte als viertes Kind in einer Familie, die allen Verlockungen des herankommenden Nationalsozialismus absolut widerstand und das Triumvirat der Brüder noch fester machte, als der Vater angegriffen wurde.

Constantin machte sein Abitur am Dreikönigsgymnasium und konnte, nachdem er krank vom Arbeitsdienst zurückgekehrt war, sein Studium der neuen Sprachen und der Geschichte noch während des Krieges beginnen. Bomben zerstörten die Heimat, die Familie wurde auseinandergerissen, die Mutter verstarb 1945.

Unter Kriegs- und Nachkriegsbedingungen setzte er sein Studium fort und trat am 5. April 1945 in Eringerfeld in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Er machte den normalen Weg durch Noviziat, Philosophie und Theologie und wurde am 31. Juli 1959 im Frankfurter Dom zum Priester geweiht. Das Abschlussjahr in Münster vollendete die Ausbildung im Orden.

Im August 1961 kam er nach Koblenz. Hier begann für ihn eine Lebensphase, die Jesuiten nur im Ausnahmefall zuteil wird: in Koblenz und von Koblenz aus wirkte er fast 40 Jahre.

Seine Arbeit begann mit Predigten, Vorträgen und dem Dienst im Beichtstuhl, konzentrierte sich dann im Lauf der Jahre auf Exerzitienkurse und persönliche Begleitung. Er war mit dem Herzen bei der Sache und konnte die Zuversicht seines Glaubens anderen vermitteln.

Die erste Versetzung seines Lebens führte ihn zurück nach Münster. Hier konnte er noch einige Zeit weiterarbeiten, bis ihn seine Gesundheit immer mehr im Stich ließ. Im Oktober 2000 zog er in die Pflegestation und es begann die sicherlich schwerste Phase seines Lebens. Es gab keine Aussicht mehr auf Besserung, das wurde ihm nun sehr bald klar. Bestens umsorgt gab er sein Leben in einem harten Ringen in die Hand seines Schöpfers zurück. Wie stark P. Becker in seinem Leben helfen konnte, zeigte sich in der Verbundenheit, der Anteilnahme und Dankbarkeit vieler Menschen in diesen letzten Jahren.