P. Johannes Beckmann SJ
geboren am 29. März 1912 in Berlin
Ordenseintritt am 29. April 1930 in Mittelsteine
Priesterweihe am 29. Juni 1940 in Berlin
gestorben am 25. November 2000 in Münster

Vollenden wir den Lebenslauf, nimm uns in Deine Liebe auf,
daß unser Herz Dich ewig preist, Gott Vater, Sohn und Heil'ger Geist.
(Hymnus zur Fastenzeit in der Non)

In der Rückschau auf die 86 Jahre meines Lebens habe ich für zahllose Gnaden zu danken. Alle, die diese Zeilen lesen, lade ich ein, mit mir Dank zu sagen.

1912 wurde ich in St. Afra im Norden Berlins getauft und durfte in einer tiefgläubigen katholischen Familie aufwachsen. 1926 von Kardinal Bertram gefirmt, wußte ich vier Jahre später unbeirrbar um meine Berufung zur Gesellschaft Jesu.

Hervorragende Lehrer haben mich tiefer in den Glauben und die Christusliebe eingeführt. Statt vieler Namen nur zwei: Joseph Andreas Jungmann und Karl Rahner. Der Bischof von Berlin, Konrad von Preysing, weihte mich am Peter-Paul-Fest 1940 in der St. Hedwigskathedrale zum Priester. In Wien und Oppeln 0/S tat ich erste priesterliche Dienste. 1946 wurde mir die Seelsorge in Ribnitz (Mecklenburg) aufgetragen. Ab 1948 durfte ich, von Leipzig aus, 23 Jahre bei den Monatspredigern in der DDR mitarbeiten.

Diesem Wirken in die Weite folgten zwei Jahrzehnte der Arbeit mehr in der Stille. Andere Menschen führen zu dürfen, über viele Jahre hin, im Sinn der Geistlichen Übungen des heiligen Ignatius von Loyola, eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für den Führenden selbst.

Dem früheren Bischof von Erfurt, Hugo Aufderbeck, schulde ich besonderen Dank. Er hat mich für 13 Jahre zur Mitarbeit in den zahlreichen DDR-Schwestern-Gemeinschaften gerufen.

Berlin-Biesdorf, Rostock und Goppeln (bei Dresden) waren weitere Stationen meines priesterlichen Wirkens.
Schließlich (seit 1991) Hannover. Fünf Jahre konnte ich noch an unserer Herz-Jesu-Kapelle tätig sein. Die letzte Zeit meines Lebens wurde mir großzügig gewährt, um für die weltweiten Anliegen der Kirche und unserer Ordensgemeinschaft zu beten.

In Ruhe und Vertrauen erwarte ich die Ankunft des Herrn.

(Verfaßt in der Fastenzeit 1998)