Bruder Albert Berg SJ
geboren am 18. Oktober 1909 in Trier-Filsch
gestorben am 7. April 2000 in Münster

"Nicht nur vom Brot lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort aus Gottes Mund." (Mt 4, 4b)

In einer Gelübde-Niederschrift von 1988 bringt Bruder Berg seinen Willen zum Ausdruck, "ganz Gott zu gehören... (und) still betend meinen Weg in Gott zu gehen." Wenn man die spärlichen Lebensdaten durchsieht, erkennt man, daß dies kein leichter Spaziergang war. Da durften keine Ansprüche gestellt werden und es galt durchzuhalten.

Wenn man von Trier nach Osten in den Hunsrück hineinwanderte, bot sich im Frühjahr dem Blick vom Berge ein wunderschönes buntes Bild. Abwechselnd leuchteten die schmalen Felder im satten Gelb der Rapsblüten, im Grün des Klees oder der jungen Saaten und im Braun der frisch gepflügten Erde. Aber dahinter verbarg sich das Gesetz der Erbteilung und bewirkte eine massive Verarmung der kinderreichen Bauernfamilien. Albert sah keine Möglichkeit, das Gymnasium zu besuchen, wie er es sich gewünscht hatte. Als Sechzehnjähriger hatte er Geld zu verdienen. Seine Eltern fanden für ihn eine Dienststelle im Ignatiushaus der Jesuiten in Trier. Für Heutige unvorstellbar: keinerlei Berufsausbildung! In den Jahren kurz nach der Inflation hatte man noch nicht das soziale Gespür dafür, daß einem jungen Menschen durch Ausbildung Zukunftsaussichten eröffnet werden müssen.

Am 11. Oktober 1928 trat er in 's-Heerenberg ins Noviziat ein und war später in Garten und Küche tätig. Die hier erworbenen praktischen Kenntnisse kamen ihm in den ersten Kriegsjahren zugute: Er wurde als Lazarettkoch eingesetzt. In dieser Zeit fand er seine Berufung zum Einsatz für die Mitmenschen und zu tätiger Nächstenliebe. So fand er nach der Jesuitenentlassung aus der Wehrmacht Erfüllung im Dienst an kranken Menschen. Während er sich im Orden "ad dispositionem", als Manövriermasse fühlte, veranlaßte ihn seine sterbende Mutter, sich eines behinderten Geschwisterpaares anzunehmen. So kam es zur Trennung vom Orden.

Es war mehr ein äußerlicher Vorgang, der inneren Berufung blieb er in bewußt ertragener Armut und im Dienst am Nächsten treu. Nachdem er selbst alt geworden war, machte es ihm die lebenslang eingeübte Anspruchslosigkeit möglich, in der Geborgenheit der Gelübde von Armut und Keuschheit zurückgezogen zu leben. Liebenswürdige Freunde hatten ihm eine gute Bleibe besorgt. Seine Hoffnung stand auf Rückkehr in den Orden. Im Aufnahmebrief vom 27. Mai 1999 schreibt P. Provinzial: "Es berührt mich sehr, daß Sie der Gesellschaft Jesu so lange treu geblieben sind." In der Heimberufung am 7. April hat Gott seine Tage gesegnet.