Pater Rudolf Bernds S.J.
* 8. Oktober 1925
18. Februar 1999

P. Rudolf Bernds wurde am 8. Oktober 1925 als Sohn des Postmeisters Johann Hermann Bernds und seiner Frau Maria Bernds, geb. de Vries in Dinslaken geboren. Er wuchs auf in einem Elternhaus, das ihm beste Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung seiner Persönlichkeit auf seinen Lebensweg mitgab. Nach der Grundschule besuchte er das Gymnasium und machte das Abitur am Karl-Human-Gymnasium in Essen-Steele.

Er machte als Jugendlicher den Flugschein und wurde begeisterter Segelflieger. Damit war aber auch sein künftiger Militäreinsatz schon vorprogrammiert. 1943 wurde er eingezogen und kam 1944 in Italien als Fallschirmjäger zum Einsatz. Im Februar 1945 wurde er verwundet und geriet bald danach in französische Gefangenschaft. Drei Jahre lang wurde er als Bergarbeiter in Nordfrankreich eingesetzt. In dieser Zeit reifte der Gedanke, Priester zu werden. Brieflich hielt er Kontakt zu P. Wilhelm Flosdorf, dem damaligen Provinzial der Jesuiten in der Niederdeutschen Provinz.

Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft im Jahre 1948 entschied er sich, in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Sein Noviziat begann 1949 in Eringerfeld. Obwohl er ein humanistisches Gymnasium besucht hatte, mußte er anschließend für ein Jahr ins Juniorat auf die Rottmannshöhe, um dort seine Kenntnisse in Latein und Griechisch aufzubessern. 1953 begann er seine philosophischen Studien in Pullach bei München. Direkt anschließend konnte er an der Hochschule St. Georgen in Frankfurt seine theologischen Studien absolvieren und wurde am 31. Juli 1958 zum Priester geweiht.

Zu dieser Zeit war es üblich, daß sich gleich an die Theologie das Terziat anschloß, so daß er 1961 für seine Destination zur Verfügung stand. Er kam als Minister nach Bad Godesberg ans Alosisiuskolleg. Diese Aufgabe lag ihm offensichtlich sehr. Fünf Jahre blieb er in Bad Godesberg, kam dann nach Frankfurt in die Pfarrei St. lgnatius und wurde Kaplan im Bund Neudeutschland. Nur zwei Jahre blieb er dort. Seine nächste Aufgabe war wiederum die Jugendarbeit, diesmal in der Jesuitenpfarrei St. Ignatius in Essen.

Dort erhielt er 1970 den Ruf nach Rom. Er wurde Minister im Biblicum. Dreizehn Jahre versah er dieses Amt. Neben den Aufgaben im Biblicum galt sein Interesse den vielen Sehenswürdigkeiten Roms. Er wurde ein ausgezeichneter Fremdenführer für Mitbrüder und Freunde, die nach Rom kamen. Aus gesundheitlichen Gründen mußte er 1983 nach Deutschland zurückkehren. Aber es blieb ihm nur kurze Zeit der Erholung, bis ihm die Oberen die Klinikseelsorge in Gießen anvertrauten. Von 1984 bis 1988 setzte er seine Kraft für diesen Dienst ein.

Noch einmal mußte er das Amt des Ministers übernehmen, diesmal im Peter-Faber-Kolleg in Berlin-Kladow. Acht Jahre war er hier, um dann ins Canisiushaus nach Köln umzusiedeln. Soweit seine Kräfte es zuließen, übernahm er von hier aus Aushilfen in Schwesterklöstern und Pfarreien. Lange Jahre seines Lebens hatte er in verantwortlicher Stellung gearbeitet. Jetzt konnte er die Muße des Alters genießen. Er war in der Kommunität ein friedlicher und freundlicher Mitbruder.

Obwohl seine Gesundheit immer labiler wurde, klagte er nie. Statt dessen zog er sich auf sein Zimmer zurück. So erging es ihm wohl auch am Vorabend seines Todes. In der Meinung, er habe eine Grippe, meldete er sich bei den Benediktinerinnen krank, mit denen er am nächsten Morgen die heilige Messe feiern sollte. Offensichtlich war es das Herz, das versagte. Nach einem wechselvollen Leben rief ihn der Herr am frühen Morgen des 18. Februar 1999 zu sich in seine ewige Herrlichkeit. Möge er ihn teilhaben lassen an der Fülle seines Lebens.