P. Kurt Dehne SJ
* 30. Mai 1901 in Hannover
2. März 1990 in Münster/Westf.

Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt,
wird Gerechtigkeit und Heil erlangen.
Röm. 10,10

P. Kurt Dehne entstammte einer katholischen Arztfamilie in Hannover. Dort wurde er am 30. Mai 1901 geboren. Nach dem Abitur am Goethe-Gymnasium begann er auf Wunsch des Vaters ein Medizinstudium in Freiburg, aber schon bald setzte sich seine Neigung durch und führte ihn als Hildesheimer Theologiestudenten an die Universität nach Münster.

Am 29. April 1924 trat er zu 's-Heerenberg (Niederlande) in den Jesuitenorden ein. Seine übliche Ausbildung war durch ein einjähriges Interstiz in Köln bei P. Ludwig Esch in der Jugendarbeit (ND) unterbrochen. Die Priesterweihe empfing er bereits nach dem 2. Jahr Theologie in Valkenburg (Niederlande) am 27. August 1932.

Nach einer homiletischen Spezialausbildung wurde er 1934 dem Düsseldorfer Rednerteam zugeteilt, das ihn zu regelmäßigen Vorträgen über aktuelle Weltanschauungsfragen auf viele Kanzeln Deutschlands führte.

Wegen Redeverbot durch die Geheime Staatspolizei des Naziregimes nahm seine Aufgabe ein jähes Ende. Er kam als Spiritual und als Dozent für Rhetorik und Aszetik an die Hochschule Sankt Georgen nach Frankfurt. Aber auch da verfolgte ihn die Gestapo, inhaftierte ihn 1943 ins Frankfurter Polizeigefängnis und von da ins Konzentrationslager Dachau, das er bis zum Ende der Nazizeit durchlitten und mit einem Leberschaden überlebt hat.

Bereits Ende 1945 begann in Hannover seine eindrucksvolle und segensreiche Wirksamkeit als Männerseelsorger, Polizeiseelsorger und Diözesanpräses des Kolpingwerkes im Bistum Hildesheim. Über vier Jahrzehnte wirkte er in diesen Aufgabenbereichen mit viel Einfallsreichtum und Energie. Seine Arbeit bei den Männern war eingebunden in die Sorge um Ehe und Familie. Seine klare und aufrechte Denkungsart befähigte ihn, bei allem Weitblick sich doch dem einzelnen Menschen zuzuwenden. So wundert es nicht, daß er zum Geistlichen Beirat des Familienbundes der deutschen Katholiken in der Diözese Hildesheim ernannt, und daß seine Aktivitäten durch viele hohe Auszeichnungen durch Bund, Land und Bistum anerkannt und gewürdigt wurden.

Der Abschied von seinen vielfältigen Tätigkeiten war für ihn trotz des hohen Alters bitter, aber sein Gesundheitszustand erforderte Pflege, und so kam er am 12. April 1989 nach Münster in das ordenseigene Alten- und Pflegeheim Haus Sentmaring.

In der Weihnachtsoktav erlitt er bei einem Sturz in seinem Zimmer einen Oberschenkelhalsbruch. Die Operation verlief gut, aber der allgemeine Kräfteverfall war nicht mehr aufzuhalten. Aus der Klinik entlassen, entschlief er eine Woche darauf am Herz-Jesu-Freitag, dem 2. März 1990, in der Morgenfrühe kurz nach 6 Uhr. Auf dem Friedhof im Park von Haus Sentmaring haben wir ihn am 6. März zur letzten Ruhe bestattet.