Bruder Erich Derichs SJ
geboren am 10. November 1909 in Korschenbroich (Rhld)
Ordenseintritt am 6. September 1930 in 's-Heerenberg
gestorben am 24. Mai 2001 in Münster

"Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz
Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde"
(Apg 1,8)

Bruder Derichs war Rheinländer. Am 10. November 1909 wurde er in Korschenbroich bei Mönchengladbach geboren. Von 1916 bis 1924 besuchte er die Schule in seinem Heimatort, darauf fuhr er zwei Jahre zur Handelsschule nach Rheydt. Er machte eine Brauerlehre in Mönchengladbach, arbeitete später in Euskirchen und dann als Geselle in der Wicküler-Brauerei in Wuppertal.

Im April 1930 holte ihn der Ruf des Herrn wie viele seiner späteren Mitbrüder in das Noviziat der Jesuiten nach 's-Heerenberg in Holland. Sechs Monate vor Ablauf des Noviziates wurde er nach Valkenburg versetzt und legte dort am 8. September 1932 seine Ersten Gelübde ab.

Die nächsten zwanzig Jahre brachten ihn auf die Straßen Europas. Zweimal arbeitete er in Luxemburg, über Hannover führte ihn der Weg als Koch für mehrere Jahre nach Kopenhagen. Im Oktober begann der Militärdienst, zunächst in den Standorten Neumünster, Eisenach und Erfurt; über die Bretagne kam er bei Nettuno an die Front in Italien. Er wurde gefangengenommen und kam über Oran nach Marokko. Erst 1948 kehrte er heim, nachdem er das letzte Jahr seiner Gefangenschaft bei den Jesuiten in Metz gearbeitet hatte. Bis 1951 half er mit im Bürener Kolleg, und nun folgten volle fünfzig Jahre aufopferungsvollen Dienstes für seine altgewordenen Mitbrüder in den Pflegestationen in Köln (1951-1961) und in Münster (1961-2001). Seine langjährigen Gefährten in dieser Arbeit waren Bruder Westermeyer und Bruder Mescheder. Auch als Pflegerinnen die Station übernahmen, war er täglich zur Stelle und half, soweit es seine abnehmenden Kräfte zuließen.

In den letzten Jahren traf man ihn stets fröhlich in seinem Zimmer, meist den Rosenkranz oder ein Gebetbuch in Händen. Am 24. Mai in der Frühe des Festtages der Himmelfahrt Christi hat ihn der Herr ganz zu sich gerufen.