Bruder Josef Determann SJ
* 21. September 1908
7. Januar 1981

Gib mir Einsicht,
damit ich deiner Weisung folge
und mich an sie halte aus ganzem Herzen.
Ps. 119,34

Martin Josef Determann stammte aus Mettingen, wo er - ein echtes Westfalenkind - am 21. September 1908 das Licht der Welt erblickte. Eine Schwester und sechs Brüder lehrten ihn von klein auf den Blick für andere und das für ihn so charakteristische Gespür für fremde Not. Nach dem Besuch der Volksschule in Mettingen arbeitete er in der Landwirtschaft, bis ihn der Ruf des Herrn traf. Am 15. August 1929 begann er das Noviziat der Gesellschaft Jesu in 's-Heerenberg. Danach riefen ihn die Obern nach Münster ins Haus Sentmaring.

1940/41 war er Soldat und wurde dann - wie viele seiner Mitbrüder - als wehrunwürdig entlassen. Von da ab arbeitete er im Franziskus-Hospital in Münster. Hier ließ er sich als Krankenpfleger ausbilden und bestand das Staatsexamen mit sehr gutem Erfolg. 1946-50 sehen wir ihn in Eringerfeld und Bonn. Als P. Josef Schröteler in Mönchen-Gladbach infolge seiner Krankheit zunehmend der Pflege bedurfte, wurde ihm Br. Determann zur Seite gegeben. 1955 siedelte er mit P. Schröteler nach Frankfurt/St. Georgen über.

Nach dem Tode von P. Schröteler im Dezember 1955 kam Br. Determann wiederum nach Münster, später nach Eringerfeld und Ascheberg. 1968 kam er abermals nach Frankfurt/St. Georgen. Hier konnte er seine bisher gesammelten Erfahrungen in der Betreuung der Gäste voll einsetzen, vor allem kam ihm sein Einfühlungsvermögen sehr zustatten. Eine Fülle an Arbeit brachten ihm die Jahre 1971-75, als während der Gemeinsamen Synode der Bistümer der Bundesrepublik zwischen den Vollversammlungen die verschiedenen Kommissionen in St. Georgen regelmäßig ihre Arbeitssitzungen hielten.

Zu seinem goldenen Ordensjubiläum am 15. August 1979 schrieb ihm ein Bischof im Rückblick auf diese Zeit: "Viele Jahre habe ich in ,Ihrem Hotel' Ihre bewährte Gastfreundschaft erfahren. Mir (und vielen anderen) waren Sie ein Zeichen dafür, was es heißt, im Dienst des Herrn zu stehen, der gekommen war zu dienen und nicht sich bedienen zu lassen".

Diese Zeichenhaftigkeit seiner Berufung lebte er ganz bewußt und mit der ihm eigenen Entschlossenheit. Ganz gleich wohin er geschickt und vor welche Aufgaben er gestellt wurde, stets gab er sich ganz und ohne Vorbehalt hinein. Kein Dienst, keine Aufgabe war ihm zuviel, kein Wort oder Zeichen von Ungeduld. Im Laufe des Jahres 1980 begannen seine Kräfte merklich nachzulassen.

So kam er Anfang Juni desselben Jahres ins Haus Sentmaring nach Münster. Auch hier suchte er sich noch nach Kräften nützlich zu machen, wo immer er konnte. Gelang ihm auch manches nicht mehr so, wie er selber oder seine Umgebung es gerne gehabt hätten, er ließ es sich nicht verdrießen und tat, was er konnte. Ein Wort von P. Wilhelm Eberschweiler hatte er in seinem Zimmer an der Wand befestigt: "Mit heiterem Herzen tue stets deine Pflicht aus Liebe zu Jesus." Jeder, der etwas mehr mit ihm in Berührung kam, spürte diese Nähe zum Herrn.

In seinem Nachlaß fand sich ein kleines Kreuz mit der Aufschrift: "Hl. Johannes von Gott, erbitte mir den Geist echter Gastfreundschaft." In lebenslangem betenden Bemühen wurde ihm gleichsam zur zweiten Natur, was der heilige Ignatius in den Satzungen der Gesellschaft Jesu sagt: "In allem sei es unser Bemühen und unser Wunsch, anderen den Vorzug zu geben und ihnen auch äußerlich mit jener Achtung und Ehrfurcht zu begegnen, die eines jeden Stand zuläßt. Dies geschehe in aller Einfachheit und Schlichtheit." Am späten Abend des 7. Januar 1981 klopfte der Herr an seine Tür, um ihn heimzuholen in die ewige Herrlichkeit.