P. August Dohle SJ
* 30. Dezember 1909
10. April 1994

"Wie neugeborene Kinder verlangt nach der unverfälschten Milch des Wortes"
(1 Petr. 2,2)

P. August Dohle SJ, geboren am 30. Dezember 1909 in Aachen, gestorben am 10. April 1994 in Münster. Als P. Dohle 1988 in unser Altenheim nach Haus Sentmaring in Münster kam, hatte man unwillkürlich den Eindruck: Jetzt nimmt er Abschied von der Welt, und das in einem langsamen aber stetigen Prozeß. Eigentlich geschah das in krassem Gegensatz zu seinem bis dahin so aktiven Leben.

Er war das vierte von sieben Kindern der Aachener Kaufmannsfamilie Dohle. Nach seinem Abitur an der Hindenburgschule widmete er sich in Bonn dem Theologiestudium für zwei Jahre, um dann den Weg in die Gesellschaft Jesu zu finden. Seinen Ausbildungsgang im Orden muß man als normal bezeichnen bis zum Abschluß der Theologie, 1935-1937 planmäßig unterbrochen durch das pädagogische Interstiz in Kopenhagen. Und 1939 wurde er zum Priester geweiht.

Aber sein Tertiat, das er 1940 in Valkenburg begonnen hatte, konnte er dort nicht mehr abschließen. So machte er 1941 die großen Exerzitien unter P. Seggewiß in Fulda und wurde anschließend als Kaplan an die Liebfrauenpfarrei in Koblenz ausgeliehen. Gut möglich, daß er hier sein Herz für die jungen Menschen entdeckt hat. Das bestimmte auch seine neun Jahre in Hamburg von 1945 bis 1954.

In seiner klugen und charmanten Art konnte er den mächtigen Stadtdechanten Wintermann für sich gewinnen, als es hieß, die St.-Ansgar-Schule als katholisches Jungengymnasium unter Jesuitenleitung aufzubauen. Dieses sein Werk hat er dann als Vizerektor geleitet, bis er als Superior in den Trutz nach Frankfurt berufen wurde. 1960 war er wieder bei der Jugend, nämlich für sechs Jahre Rektor im Aloisiuskolleg und anschließend als Religionslehrer und Rektor für die deutsche Gemeinde in Brüssel. Ab 1977 wirkte er in Saarlouis mehr in der Stille als Krankenhausseelsorger, Beichtvater und Minister.

Jetzt erntet er den Dank für ein Leben, das der unverfälschten Milch des Wortes gewidmet war, im Dienst an Menschen aller Lebensalter und Lebenslagen.