P. Wilhelm Flosdorf SJ
* 28. Mai 1902 in Köln
15. Mai 1981 in Münster

Für mich ist Christus Leben, und Sterben Gewinn.
Phil. 1,21

P. Flosdorf war ein Mensch, der über reiche Gaben des Geistes und des Herzens verfügte, eine echte rheinische Frohnatur. Am 28. 5. 1902 wurde er zu Köln geboren. Unmittelbar nach dem Abitur am Realgymnasium in Köln-Nippes folgte er dem Rufe des Herrn in die Gesellschaft Jesu und begann am 21. April 1921 in 's-Heerenberg das Noviziat.

Daran schloß sich der im Orden übliche Ausbildungsgang. 1923 bis 1926 Studium der Philosophie in Valkenburg. 1926-29 Präfekt am Kolleg in Bad Godesberg. Anläßlich des Jubiläums der Heiligsprechung des hl. Aloisius wurde ihm - wie er selber berichtete - als erste Sonderaufgabe die Abfassung und Aufführung eines Festspiels zuteil. 1929-33 Studium der Theologie wiederum in Valkenburg. Am 27. August 1932 wurde er zum Priester geweiht.

Nach Abschluß des Terziates in Amiens-St. Acheul übernahm er das Amt des Novizenmeisters in 's-Heerenberg. 1936 mußte das Noviziat aus devisenwirtschaftlichen Gründen nach Hochelten verlegt werden. Kurz vor Ausbruch des Krieges stieg die Zahl der Novizen auf über 70. Am 2. Juli 1942 erfolgte seine Ernennung zum Provinzial der Niederdeutschen Provinz. Die Jahre seiner Amtszeit waren gekennzeichnet von vielfacher Not und Bedrängnis politischer und materieller Art.

Um die aus der Wehrmacht entlassenen jungen Mitbrüder vor Schlimmem zu bewahren, erreichte P. Flosdorf die vorzeitige Weihe einer Reihe von ihnen. Eine Maßnahme, die ihm später herbe Kritik von seiten des Ordens eintrug. Mehr als er es nach außen zeigte, hat er unter derartigen Vorwürfen gelitten. Ähnliche Erfahrungen blieben ihm auch später nicht erspart. 1948 nahm er an der 29. Generalkongregation teil, die den Belgier P. Johannes B. Janssens zum Generalobern wählte.

Seit 1948 war er dann wieder Novizenmeister in Eringerfeld. Daran schlossen sich verschiedene Aufgaben: 1959-67 Regens des Seminars in Frankfurt/ St. Georgen; 1967-73 Minister der dortigen Jesuitenkommunität; 1974-77 Rektor des Hauses Sentmaring in Münster und schließlich ab 1977 Hausgeistlicher im Provinzial-Mutterhaus der Schervier-Schwestern in Frankfurt.

Anfang 1981 kam er wieder in das Haus Sentmaring in Münster, wo ihn am 15. Mai 1981 der Herr heim holte. - Zeit seines Lebens stand P. Flosdorf in schweren und verantwortungsvollen Aufgaben, die ihn zur selbstlosen Gottesliebe und völligen Verfügbarkeit heranreifen ließen.