Bruder Alfons Aloys Frye S.J.
geboren am 28. November 1925 in Dortmund
Ordenseintritt am 3. Mai 1950 in Eringerfeld
gestorben am 27. Juli 1996 in Münster

"Sei gepriesen, Vater,
Herr des Himmels und der Erde;
du hast die Geheimnisse des Reiches
den Unmündigen offenbart."
(nach Mt 11,25)

Dieser Ruf vor dem Evangelium des 17. Sonntags im Jahreskreis führt an das Gleichnis vom Schatz im Acker heran, in dem Jesus - anknüpfend an unsere Sehnsucht nach vollkommenem Glück - uns deutlich machen will, daß die Güter des Himmelreichs alle Güter dieser Erde an Wert weit in den Schatten stellen. Br. Frye hat diese Worte zwar nicht mehr hören können; aber wir vertrauen darauf, daß er die Wahrheit dieser Worte Jesu jetzt erfahren darf.

Br. Fryes Wurzeln haften im Oldenburger Land. Geboren wurde er zwar am 28. November 1925 in Dortmund und am 15. Dezember desselben Jahres in der dortigen Dreifaltigkeits-Kirche getauft, aber er fand liebevolle Aufnahme in der Familie Heinrich Abeling in Ambergen bei Goldenstedt i. O. und kehrte damit in die Heimat zurück. Nach seiner Schulzeit übte er den Beruf eines landwirtschaftlichen Arbeiters aus. Wehrdienst im zusammenbrechenden Dritten Reich und Gefangenschaft blieben ihm nicht erspart.

In der Zeit des Wiederaufbaus und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland schaute er nach bleibenden Werten aus; und so begann er am 2. November 1949 das Postulat und trat am 3. Mai 1950 ins Noviziat der Gesellschaft Jesu in Eringerfeld ein. Vor seinem Novizenmeister und Rektor legte er am 4. Mai 1952 die ersten Gelübde ab.

Während des zweiten Noviziatsjahres war er vor allem in der Küche tätig. Danach aber wurde er Br. Schulten anvertraut, der ihm die Grundbegriffe der Gartenarbeit beibrachte. Leider mußte er nach knapp einem Jahr im Januar 1953 nach Münster umziehen. Hier arbeitete er gut dreieinhalb Jahre in der Ökonomie. Im September 1956 wurde er nach Bad Godesberg versetzt. Hier konnte er nun im Garten beweisen, was er in Eringerfeld gelernt hatte. Nach drei weiteren Jahren hieß es wieder "Ortswechsel", diesmal nach Eringerfeld. Im Oktober 1959 begann er dort in der Ökonomie. Am 2. Februar 1961 band er sich durch die letzten Gelübde endgültig an die Gesellschaft Jesu.

Doch seine Endstation sollte Münster sein. Hier trat er am 20. November 1961 das Amt als Sozius in der Altenpflege bei Br. Westermeyer an. Nebenher durfte er sich auch um den Park kümmern. Als die Altenpflege in die Hände von Mitarbeiterinnen übergeben wurde, war Br. Frye nun ganz frei für die Arbeiten im Park; und er leistete sie mit vollem Einsatz, bis ihn ein Herzinfarkt im Oktober 1988 und eine Bypass-Operation im April 1989 zwangen, kürzer zu treten. Im Frühjahr 1995 spürte er, daß er gesundheitlich den Belastungen der Gartenarbeit nicht mehr gewachsen war; und so gab er am 1. Mai alle Verantwortung ab. Ein gutes Jahr konnte er noch die Natur in Haus Sentmaring genießen, die ihm sehr ans Herz gewachsen war. Dann rief ihn der Herr am 27. Juli 1996 in sein Reich, dessen Geheimnisse er immer in Bildern und Gleichnissen geahnt hatte.