P. Franz Erich Haehn SJ
geboren am 12. Oktober 1913 in Köln-Ehrenfeld
Ordenseintritt am 25. April 1934 in 's-Heerenberg
gestorben am 20. Oktober 1997 in Münster

"Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn."
(Gotteslob)

Als P. Haehn am 14. Oktober 1992 von Bonn ins Altenheim Münster übersiedelte, hatte er nur ein Ziel vor Augen: Aufgelöst sein in Christus. Um dieses Ziel kreisten seine Gedanken und davon sprach er immer wieder. Dieses sein Sterben dauerte Jahre, in denen er mehr und mehr im Schweigen versank.

Aber daß er ein echter Kölscher Junge war, können vor allem diejenigen bezeugen, denen er in jüngeren Jahren in den berühmten Schülerwochen in Westdeutschland, Österreich, Luxemburg und Südtirol Mut gemacht hat, gegen den Strom zu schwimmen und den Glauben zu leben und zu bekennen.

Sein Vater Theodor hatte den Berufstitel Obermonteur. Die Mutter Anna, geborene Hörsch, schenkte ihm zwei Buben und ein Mädchen. Franz Erich besuchte die Stella Matutina in Feldkirch, wo er 1934 das Abitur machte und anschließend am 25. April in 's-Heerenberg Jesuitennovize wurde. Als der Krieg ausbrach, befand er sich als Interstizler bei P. Schuh, dem bekannten Prediger an St. Peter-Köln.

Das erste Jahr der Theologie konnte er noch in Frankfurt, St. Georgen, abschließen. Dann wurde er zusammen mit einer Reihe von anderen Altersgenossen durch den Mainzer Bischof Stohr zum Priester geweiht und in Offenbach als Kaplan eingesetzt. Auf diese Weise konnten die jungen Mitbrüder vor dem Zugriff durch die Nationalsozialisten bewahrt werden. Mit Studien in Pullach und Büren erreichte er nach dem Krieg den Abschluß der Theologie.

P. Haehn hatte eine bemerkenswerte Begabung, junge Menschen anzusprechen. So wirkte er bei den "Neudeutschen" und als Mitredakteur des "Leuchtturm", als Religionslehrer und Präses der Marianischen Schülerkongregation am Aloisiuskolleg. Fünf volle Jahre war er unterwegs zu den Schülerwochen, die ihm bis in die letzten Tage Freundschaften geschenkt und erhalten haben. Sie geben ihm in Dankbarkeit das letzte Geleit.