P. Ferdinand Hahn SJ
1898-1989

Der Herr hat das Tor zum Leben aufgetan,
zur Heimkehr in das Land, wo kein Tod mehr ist,
in das Land der ewigen Freude.
(Aus der Tagesliturgie)

P. Hahn stammte aus Mönchengladbach. Dort wuchs er auf als jüngstes von zehn Kindern in einer vom katholischen Glauben geprägten kinderreichen Familie. Die höhere Schule besuchte er in Gangelt, Krefeld und über sechs Jahre lang in Münstereifel. Dort bestand er im Jahre 1916 das Notabitur. In seinem Reifezeugnis heißt es: Er verläßt das Gymnasium, um ins Heer einzutreten und später Theologie zu studieren. Seine Militärzeit dauerte vom 17. November 1916 bis zum 6. Februar 1919. Im Dezember 1917 wurde er zum Unteroffizier befördert. An der Westfront erlitt er am 9. Juni 1918 eine schwere Verwundung durch einen Lungensteckschuß in die rechte Seite.

Am 26. April 1919 trat er zu 's-Heerenberg (Holland) in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Im selben Jahre kamen weitere 33 Priesterkandidaten und zwei Brüderpostulanten. Nach seinen philosophischen Studien in Valkenburg (Holland) folgten zwei Jahre Interstiz in Köln, wo er im Canisiushaus - damals noch Albertusstraße 36 - in der Jugendarbeit im neugegründeten Bund "Neudeutschland" tätig war. Der aufblühenden Jugendarbeit widmeten sich im selben Haus die weit bekannt gewordenen Patres Esch, Grauvogel, Habrich (Redakteur der Zeitschrift "Leuchtturm"), Erich Koenig und Maring (Redakteur der Zeitschrift "Die Burg").

Zu den theologischen Studien kam P. Hahn für zwei Jahre nach Valkenburg und für weitere zwei Jahre nach Innsbruck. Die Priesterweihe empfing er in Valkenburg am 27. August 1929.

Nach Abschluß seiner Ausbildung blieb P. Hahn im Dienst an der Jugend eingesetzt, zwei Jahre in Aachen; dann aber kam er nach Godesberg ins Aloisiuskolleg, wo er bis 1981 blieb, dem Jahr seiner Übersiedlung ins ordenseigene Pflegeheim nach Münster, Haus Sentmaring. Seine Zeit im Aloisiuskolleg war nur unterbrochen durch die Naziwirren und Kriegsjahre, die ihn zu verschiedenen Seelsorgearbeiten nach Havixbeck und Hamburg-Rahlstedt führten.

In den langen Jahren in Godesberg war er von 1933 bis 1949 Präfekt des Externenstudiums, von 1947 bis 1969 Präfekt der Bibliothek. Wann immer ein Schüler gefördert und gefordert werden mußte, war P Hahn bereit, als Helfer in der Not zur Stelle zu sein, besonders für Nachhilfe in Latein. Der Bibliothek widmete er sich mit ganzem Eifer und ganzem Herzen. Nachdem er 1969 die Leitung abgegeben hatte, blieb er bis zum Schluß Socius Praefecti Bibliothecae.

In Haus Sentmaring reifte er still und bescheiden der Vollendung entgegen, bis Gott ihn am Abend des 9. Oktober heim rief, nachdem er einige Tage zuvor das Sakrament der Krankensalbung empfangen hatte. Am 13. Oktober haben wir ihn auf unserem Friedhof im Park Haus Sentmaring beigesetzt.

R. i. p.

Lasset uns beten:
Wir bitten dich, o Gott, für unseren Bruder Ferdinand. An dich hat er geglaubt und auf dich gehofft; führe ihn zur wahren Heimat, laß ihn die ewige Freude genießen und in deinem Frieden geborgen sein. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.