P. Edmund Hamacher SJ
* 12. Oktober 1911 in Burscheid
22. September 1991 in Münster

P. Edmund Hamacher erblickte das Licht der Welt am 12. Oktober 1911 in Burscheid am Rand des Bergischen Landes als Sohn der Eheleute Peter Hamacher und Frau Christine geb. Horn. Der Vater war Kaufmann und hatte ein Lebensmittelgeschäft. Edmund war der älteste von drei Söhnen, die wie er das Erzbischöfliche Aloisianum in Opladen besuchten. Der Vater starb schon früh 1940 im Alter von 57 Jahren; die Mutter, der Edmund stets sehr verbunden blieb, war 86 Jahre, als sie 1971 heimgerufen wurde.

Die Liebe zu Büchern erwarb Edmund im Elternhaus, so daß es nicht verwunderte, daß er Ostern 1930 als Primus das Abitur machte. Dem Sport und praktischen Dingen war er und blieb er zeitlebens weniger zugetan. Am 30. April 1930 trat er in 's-Heerenberg (Holland) ins Noviziat ein, Nach den ersten Gelübden 1932 widmete er sich bis zum Beginn des Studiums der Philosophie in Valkenburg im Herbst den Humaniora, die für immer seine große Liebe blieben. 1935 folgte das Interstiz in Bad Godesberg am Aloisiuskolleg, ein Jahr später 1936 war er Lehrer für Humaniora im Noviziat, das inzwischen nach Hochelten verlegt war.

Von Herbst 1937 bis 1941 studierte er wiederum in Valkenburg Theologie. Dort empfing er kurz nach Ausbruch des Krieges am 19. September 1939 die Priesterweihe. Im November 1941 wurde er Luftwaffensanitäter, aber schon im März 1942 wieder entlassen. Anschließend war er bis 1944 Kaplan in Opladen. Dann nahm P. Hamacher in St. Georgen in Frankfurt das Studium der altorientalischen Sprachen auf, bis er 1946 zum Tertiat nach Köln ging. 1947/48 wurde er Socius von P. Magister Häcker in Eringerfeld. Es folgten vier Jahre Studium der Altphilologie in Bonn und München.

In dieser Zeit wurde er von einer Krankheit erfaßt, die ihm bis zu seinem Ende blieb und ihn nicht mehr voll arbeitsfähig werden ließ. Er hat darunter gelitten, zumal er meinte, bei den aktiven Mitbrüdern nicht immer Verständnis zu finden. Dennoch hat er nie aufgehört, sich einzusetzen.

So war er ab 1952 Professor für alte Sprachen im Juniorat, zuerst auf der Rottmannshöhe am Starnberger See, dann ab 1953 in Tisis bei Feldkirch/Vorarlberg, ab 1956 in Eringerfeld und ab 1964 in Ascheberg. Viele seiner Schüler sind ihm dankbar für die begeisternde Vermittlung gediegener Kenntnisse.

Die Lehrtätigkeit endete 1966 durch die Umstrukturierung der ordensinternen Studien. P. Hamacher wurde Kaplan in seiner Heimatgemeinde Burscheid, dann in Opladen. 1968 ging er nach Köln in die Exerzitienarbeit, hauptsächlich bei Priestern und Ordensleuten.

1974 wurde er Hausgeistlicher bei den Ursulinen auf dem Calvarienberg in Ahrweiler. 16 Jahre lang versah er diesen Dienst, bis er im Juni 1990 nach Haus Sentmaring ins Altenheim übersiedeln mußte. Nach kurzer schwerer Krankheit rief ihn Gott heim in der Frühe des Sonntags vom 22. September.

Über sein ganzes Leben kann stehen, was die Schwestern beim Abschied über ihn geschrieben haben: "Lange Jahre hat er unaufdringlich und bescheiden in Treue und Selbstverständlichkeit die übernommenen Aufgaben in unserm Haus wahrgenommen." Er bleibt uns als vornehmer, gebildeter und frommer Mitbruder in lieber Erinnerung.

R. I. P.