P. Hans Hartmann SJ
geboren am 10. November 1912 in Köln
Ordenseintritt am 14. September 1933 in 's-Heerenberg
gestorben am 6. Januar 1997 in Münster

Christus ist uns erschienen, kommt, wir beten ihn an.
(Invitatorium v. 6. 1.)

Nächtlicherweile, in aller Frühe, hat P. Hartmann sich aufgemacht, anzubeten. Ganz still ist er dorthin gegangen, wo das Glauben vom Schauen Gottes abgelöst wird.

Als er am 1. November 1995 ins Haus Sentmaring kam, erwies er sich als ein angenehmer, aufgeräumter und hilfsbereiter Mitbruder. Alles um ihn herum und sich selber hielt er tiptop in Ordnung.

Die Eltern Josef Hartmann und Sibilla geb. Brüggen haben drei Kindern das Leben geschenkt: Hans, Fritz und Therese, die ihren Brüdern schon vorausgegangen ist. In Köln-Sülz wurde Hans am 10. November 1912 geboren und schon am folgenden Tag in der Pfarrkirche St. Nikolaus getauft. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die Familie ihren Wohnsitz in Bad Godesberg, wo Hans in St. Marien gefirmt wurde. 1933 machte er am Aloisiuskolleg das Abitur und trat im September seine Jesuitenlaufbahn an. Das war zunächst das Noviziat und Philosophiestudium, dem das lnterstiz in Godesberg folgte. Die Theologie begann er in Frankfurt und Valkenburg, wo er am 30. April 1941 zum Priester geweiht wurde. Trotzdem mußte er im Februar 1942 zum Militär einrücken. Das dauerte aber nur vierzehn Tage, die Jesuiten waren Hitler nicht genehm. So konnte er ab seiner Entlassung aus der Wehrmacht als Kaplan in Koblenz und in Kalefeld/Echte südlich von Hildesheim bis 1945 wirken. Dann hieß es für ihn, wie für manche unserer "vorzeitigen" Kapläne, das Theologiestudium in Büren abzuschließen und danach in Köln bei P. Sierp das Tertiat zu machen.

Seine Destination lautete: Lehrer für Deutsch, Religion und Geschichte, und das wurde dann sein Leben. Zunächst Studien an der Uni Bonn und als Referendar am Dreikönigsgymnasium in Köln. Von 1953 an war P. Hartmann fünf Jahre als Studienrat an seinem alten Ako tätig, dann ging es nach Hamburg an die St.- Ansgar-Schule, der er 23 Jahre lang gedient hat. Dort gehörte er zum Stamm, und man freute sich, ihn in der Kommunität anzutreffen.

Als emeritierter Studienrat nahm er sich ab 1981 des Kölner Klosters zum Guten Hirten an, das 1990 nach Schleiden/Eifel verlegt wurde. 1960 hatte er sich einer Gallenoperation unterziehen müssen, und auch im Gefolge gab es Krankenhausaufenthalte. Nierensteine und Störungen des Herzrhythmus setzten ihm zu.

Als er nach Münster kam, waren seine geistigen Kräfte geschwächt, nicht aber sein Pflichtbewußtsein, das ihn dazu antrieb, immer mal wieder zu gewohnter Arbeit aufzubrechen. Wir vertrauen: Christus zeigt ihm nun seine Herrlichkeit.