P. Josef Jäger SJ
geboren am 9. September 1928 in Boppard
Ordenseintritt am 7. September 1950 in Eringerfeld
Priesterweihe am 30. Juli 1960 in Frankfurt
gestorben am 17. April 1998 in Münster

Die vielen zur Gerechtigkeit verhalfen, werden leuchten wie die Sterne.
(Dan 12,3)

Das seelsorgerliche Lebenswerk von P. Jäger begann gleich nach der Priesterweihe, dem Studienabschluß und dem Dritten Probejahr des jungen Jesuiten 1962, als er der Leitung des erfahrenen Männerseelsorgers Heinrich Ostermann anvertraut wurde. Bis zu dessen Tod am 11. November 1975 hat beide ein Band der Kollegialität, ja der Freundschaft miteinander verbunden. Dies wurde bestimmend für alle Tätigkeit im Dienst der Männer der Erzdiözese Köln und darüber hinaus. Wir finden ihn vor als Diözesanmännerseelsorger, Stadtmännerseelsorger von Köln, als Leiter der Hauptstelle Seelsorge im Generalvikariat und als Leiter der Karl-Rahner-Akademie im Haus der Begegnung. Ganz besonders war ihm das Amt des Rektors von "Haus Marienhof" in Königswinter-Ittenbach im Siebengebirge Herzensanliegen. Und es ist ihm sehr schwergefallen, sich davon zu trennen, als er seines Lungenleidens wegen mit vielen asthmatischen Anfällen nach Münster übersiedeln mußte. Sein Leben hat er der Katholischen Männerarbeit gewidmet. Die Geistlichen Übungen, Einkehrtage und religiösen Vorträge und Aussprachekreise von "Haus Marienhof" bildeten den Schwerpunkt seiner Seelsorgearbeit. Zwischendurch war ihm verschiedentlich das Obernamt in der Jabachstraße anvertraut, bis die Residenz St. Peter aufgelöst wurde.

Wenn man seinen Lebenslauf vor dem Eintritt in die Gesellschaft Jesu überfliegt, erkennt man einen experimentierfreudigen und noch wenig klar entschlossenen Jungen, der Spaß am Leben unter den HJ-"Pimpfen" hatte und gerne anführte. Mit 15 Jahren mußte er seine Schulzeit unterbrechen und Dienst als Flakhelfer machen. Erst im September 1945 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. Das Zeugnis der Reife datiert vom 21. Juli 1948. Da Josef Jäger an ein Bergbaustudium dachte, wirkte er als Praktikant - sogenannter "Bergbaubeflissener" - im Kohlenrevier Wattenscheid wie auch im Blei- und Zinkerzbergbau bei St. Goar. Aber der Herrgott hatte noch anderes mit ihm im Sinn: Er ging ans Priesterseminar in Trier, und von dort aus meldete er sich zur Berufsklärung bei P. Mühlenbrock in Eringerfeld. Ja, und dann wurde alles klar.

Er gab am 17. April 1998 ein konsequent gelebtes Leben in die Hand des Schöpfers zurück.