P. Nikolaus Junk SJ
geboren am 9. Januar 1904 in Siersburg/Saar
geweiht am 27. August 1931 in Valkenburg/Holland
gestorben am 3. Januar 1988 in Münster/Westf.

P. Nikolaus Junk stammte aus Siersburg an der Saar. Sein Vater war dort Revierförster. Nikolaus wuchs in ländlicher und waldreicher Gegend mit mehreren Geschwistern auf, denen er sich auch später sehr verbunden fühlte. Er besuchte in Dillingen/Saar das Realgymnasium und machte dort Ostern 1922 das Abitur. Im gleichen Jahr trat er in 's-Heerenberg ins Noviziat der Niederdeutschen Provinz der Gesellschaft Jesu ein.

Nach der Gelübdeablegung 1924 studierte er in Valkenburg (Holland) Philosophie (24-27) und Theologie (28-32). Unterbrochen wurde diese Studienzeit durch ein Jahr als Präfekt in Berlin. Am 27.8.1931 empfing er in Valkenburg von Weihbischof Sträter aus Aachen die Priesterweihe.

Ein Jahr verbrachte er in Rom an der Gregoriana zur Vertiefung der philosophischen Studien, um dann für mehrere Jahre (34-37) Naturwissenschaften und Naturphilosophie in Leipzig, unter anderem bei dem berühmten Werner Heisenberg, zu studieren. Zweimal unterzog er sich Doktorprüfungen und erwarb dabei die beiden akademischen Grade, den Dr. theol. und Dr. phil. Ab 1937 finden wir ihn als Professor für Naturphilosophie an der Hochschule St. Georgen in Frankfurt/ Main. Hier versah er auch das Amt des Scholastikerministers.

Eine wichtige und segensreiche Tätigkeit war für P. Junk sein Dienst für die Mitbrüder in Leitungsaufgaben des Ordens. Jeweils zweimal bekleidete er das Amt des Rektors der Hochschule St. Georgen, von 1944-50 und wiederum von 1958-62, und das Amt des Provinzials der Niederdeutschen Provinz, von 1951-58 und 1962-66. Mit Umsicht, Ruhe und Klugheit hat er diese Ämter zum Segen der ihm Anvertrauten ausgefüllt. Dafür sind ihm die vielen dankbar, die ihn kennenlernen und begegnen durften.

Als P. Junk im Amte des Provinzials abgelöst wurde, blieb er weiterhin in Köln als Spiritual und Beichtvater im Canisiushaus. Er redigierte das Nachrichtenblättchen "Aus der Provinz", bearbeitete den Nachlaß von P. Friedrich Muckermann und veröffentlichte einiges davon.

Mit der Gesundheit von P. Junk war es in den letzten Jahren nicht zum Besten bestellt. Mehrmals mußte er, sogar für längere Zeit, das Krankenhaus aufsuchen. Herzinfarkt, Nieren- und Lungeninfekte, Herz-Kreislaufschwäche, Anämie, allgemeine Erschöpfungen und zunehmend auch die Beschwerden des vorgerückten Alters machten ihm zu schaffen.

Anfang November 1987 wurde die Übersiedlung nach Münster in das Altenheim Haus Sentmaring unumgänglich. Er war bereits so geschwächt, daß er nicht mehr aufstehen konnte. Seine Kräfte verfielen zusehends. Am Sonntag, den 3. Januar 1988 ist er friedlich, ohne Anzeichen eines Todeskampfes, von uns seinem Herrn entgegengegangen. P. Junk war bis zuletzt ansprechbar; mit viel Geduld trug er seine Krankheiten und Schwächen des Alters; bis zuletzt behielt er seinen typischen Humor.

Unsere Provinz hat ihm vieles zu danken. Möge Gott, sein Schöpfer und Herr, ihm alle geleisteten Dienste für Orden und Kirche mit göttlichem Reichtum vergelten und ihm den ewigen Lohn schenken für vieles, das in der Stille geschah, von dem niemand weiß als nur er. An seinem 84. Geburtstag, dem 9. Januar, betten wir ihn zur letzten Ruhe.

R.i.p.