P. Wilhelm Klein SJ
geboren am 24. März 1889 in Traben an der Mosel
Ordenseintritt am 14. September 1913
gestorben am 7. Januar 1996 in Münster

"Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden."
(Mk 1,11)

In der nächtlichen Frühe des Sonntags, an dem die Kirche das liturgische Gedächtnis der Taufe Jesu feiert, hat P. Johann August Wilhelm Klein sein Leben in die Hände des Himmlischen Vaters zurückgegeben.

Er war das fünfte von zehn Kindern seiner Eltern Wilhelm und Katharina Klein geb. Goergen. Aufgewachsen ist er in Trier, wohin der Vater als Eisenbahner versetzt worden war. Diese Bischofsstadt wurde ihm auch religiöse Heimat. Nach dem Abitur 1907 entschloß er sich, wie sein älterer Bruder Peter, Priester zu werden. Bald nach Studienbeginn schickte ihn sein Bischof Michael Korum an die Päpstliche Universität Gregoriana, und er wurde Germaniker. Im Germanikum kam ihm der Wunsch, Jesuit zu werden. Aber zuerst hieß es, sich ein Jahr lang in Dieblich bei Koblenz zu bewähren. So trat er erst als 24jähriger 1913 in den Orden ein. Noch drei Brüder sind ihm auf dem Weg zum Priestertum in der Gesellschaft Jesu gefolgt.

Bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete er sich zum Dienst als Feldgeistlicher, und das kostete ihn die schwere Verwundung durch einen Granatsplitter, der ihm ein Stück seiner Schädeldecke herausriß. Gelegentlich gestand er, daß ihm diese Verwundung zeitlebens zusetzte.

Nach ergänzenden Studien der Philosophie in Freiburg und Rom und dem Tertiat in Exaten dozierte er zehn Jahre lang in Valkenburg und Frankfurt-St. Georgen. 1932 bis 1938 war er Provinzial der Niederdeutschen Provinz SJ. Die Aufhebung des Jesuitenkollegs in Valkenburg durch die Gestapo hatte er als Rektor 1942 zu bestehen.

In den restlichen Kriegs- und den Nachkriegsjahren diente er der geistlichen Formung von Ordensangehörigen und jungen Klerikern. Aber die entscheidendste Nachwirkung hatte gewiß sein Dienst als Spiritual im Germanikum, den er dreizehn Jahre lang versehen hat. Bischöfen und Priestern ist er geistlicher Vater geworden und geblieben bis zu seinem Tode.

Sein Vermächtnis ist die Verkündigung der väterlichen Liebe und Barmherzigkeit Gottes.

R. i. p.!