P. Hermann Köning SJ
* 28. April 1912 in Düsseldorf
15. März 1991 in Münster

P. Hermann Köning kam am 28. April 1912 in Düsseldorf als jüngstes von sieben Kindern zur Welt. Sein Vater Heinrich stammte aus Rees und war Schreiner, seine Mutter Christine, geb. Wiggen, kam aus dem Sauerland. Als Hermann noch keine zwölf Jahre alt war, starb seine Mutter. Offensichtlich haben die beiden älteren Schwestern den harten Verlust weitgehend ausgleichen können, denn zeitlebens hatte er mit ihnen und ihren Familien ein inniges Verhältnis.

Nach der Volksschule besuchte er das Staatliche Hohenzollern-Gymnasium in Düsseldorf. Nach sieben Jahren (wie im Reifezeugnis vermerkt ist) erlangte er das Abitur mit sehr guten Noten. "Beruf unbestimmt" steht darin. Jedenfalls machte er zunächst eine Lehre als Kaufmann. Ob ihn das Beispiel der älteren Brüder Wilhelm und Josef in der Berufswahl beeinflußt hat? Wilhelm starb am 13. April 1944 als Jesuit in Rostock als Opfer des Bombenkrieges, der Pfarrer Josef (Joe) Köning als Pfarrer am 17. Februar 1987 in Bedburg-Lipp.

Jedenfalls trat Hermann am 17. Mai 1933 in 's-Heerenberg (Holland) ins Noviziat der Jesuiten ein; einer unter 74 Novizen! Es folgte die übliche Ausbildung: Nach dem Noviziat 1935 bis 1938 Studium der Philosophie in Pullach bei München. Das Interstiz machte er in Köln als Sekretär des Provinzökonomen P. Best, seine kaufmännische Ausbildung prädestinierte ihn dazu. 1939 folgte das Studium der Theologie in Valkenburg (Holland). Infolge der Nazizeit wurde er ein Jahr früher als üblich am 30. April 1941 zusammen mit 22 anderen Mitbrüdern vom Bischof von Roermond zum Priester geweiht.

1942 kam er als Kaplan nach Dülmen bis 1945. 1945/46 folgte in Büren/Westfalen das vierte Jahr des Theologiestudiums. Das Tertiat machte er 1946/47 in Köln; Instruktor war P. Sierp, die großen Exerzitien begleitete P. Wilhelm Klein. P. Köning wurde zum Lehrer an unsere Kollegien destiniert und begann im Alter von 35 Jahren das Studium in Englisch und Geschichte an der Universität in Münster, das er im Februar 1952 mit gutem Erfolg beendete. Nach dem zweiten Staatsexamen kam er 1954 als Lehrer an das St. Ansgar-Kolleg nach Hamburg, wo er bis zu seiner Pensionierung 1981 wirkte. Lange Jahre diente er außerdem dem Haus und den Mitbrüdern als Minister und Ökonom, korrekt und pünktlich, wie er das als Kaufmann gelernt hatte.

Infolge der immer gepflegten Verbindung zu seiner ersten Liebe, der Seelsorgearbeit in Dülmen, kam er im Juli 1981 nach Borken als Krankenhauspfarrer. Hier wirkte er mehr als neun Jahre, bis im Herbst 1990 die Übersiedlung ins Altenheim nach Haus Sentmaring in Münster notwendig wurde.

Nur kurze Zeit war ihm für den Ruhestand vergönnt. Nach kurzer schwerer Krankheit starb er am Abend des 15. März 1991 im Clemenshospital in Münster. Auf dem Friedhof von Haus Sentmaring wurde er am 20. März beigesetzt. Mit P. Köning verlieren wir einen Mitbruder, der sich allgemeiner Wertschätzung erfreute. Seine schlichte menschliche Art war geprägt von verstehender Güte, Zuverlässigkeit und selbstlosem Einsatz.

R.i.p.