P. Alfred Kremer SJ
geboren am 13. April 1913 in Wittlich
in den Orden eingetreten am 6. April 1932 in 's-Heerenberg
gestorben am 11. Juni 1995 in Münster

"Gerecht gemacht aus Glauben,
haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus,
unseren Herrn."
(Rom. 5,1)

Ganz still ist P. Kremer am Dreifaltigkeitssonntag in den Frieden Gottes heimgekehrt. Er war nicht zum Essen erschienen, und wir fanden ihn angekleidet im Sessel bei seinem Schreibtisch sitzend. So kam sein Tod überraschend. Aber P. Kremer hatte es schon längst gelernt, nämlich die Kunst des Loslassen-Könnens. Sie blieben zuletzt nur noch Erinnerung, die guten Kontakte zum deutschen' Norden, den er so sehr geliebt hat, die fruchtbaren Bibelgespräche in Bad Bramstedt. Aber auch die Kontakte zu den Verwandten ließ er allmählich aus den Händen. Er suchte gern unsere Gesprächsrunden auf, hörte zu und schwieg. Kennzeichnend war bei allem sein freundliches Lächeln.

Zusammen mit vier Geschwistern ist er in Wittlich aufgewachsen, der "Stadt der Säubrenner". Von dort wallfahrtet man nach Eberhard-Klausen zur Schmerzhaften Mutter. Wittlichs Weinberge gehören zur Mittelmosel, und man trinkt auch gerne den Viez, wie man im Moselland den Apfelwein nennt. Solche Vorliebe gehörte auch zum mittäglichen Trinkritus in Haus Sentmaring.

Nach dem Abitur 1932 trat er die Jesuitenlaufbahn an, zunächst ganz nach Plan. Dann aber kam der Krieg, und P. Kremer bekam nach knapp zwei Jahren Theologie bereits die Priesterweihe und wurde in der Seelsorge eingesetzt in Köln, Lindern bei Cloppenburg und auf der Insel Wangerooge. Das Theologiestudium beendete er in Büren, wo er entsprechend seiner musikalischen Begabung, nebenher das Amt des Cantuspräfekten innehatte.

Die seelsorgerlichen Einsätze waren mannigfaltiger Art: Lehrerpastoral im Land Oldenburg, Superior in Stadt Oldenburg, Spiritual in Fulda und später in Aachen, Operarius in Koblenz und drei Jahre als Pfarrer in Iserlohn. In Burhave an der Wesermündung war er fast 15 Jahre für die dorthin verschlagenen Katholiken tätig und blieb mit wenigen Ausnahmen fast immer in Norddeutschland - Brunsbüttel, Leer, Papenburg, Eckernförde, Niebüll, Ratzeburg usw. Da im Norden hat sein Herz geschlagen und ihm blieb er verbunden, auch als er im September 1991 nach Haus Sentmaring übergesiedelt ist. Der Glaube hat sein Leben bestimmt, an ihm hat er festgehalten, nun ist er in der Schau.