P. Hans Kugelmeier SJ
* 1. September 1904
25. Juli 1993

"Ich weiß, wem ich geglaubt habe" (2 Tim 1,12)

Er war der Älteste von drei Geschwistern und wurde in Bonn am 1. September 1904 geboren. Seine Jugend verlebte er in Aachen. Dem Bund Neudeutschland, 1919 ins Leben gerufen, gehörte er von Anfang an; diese katholische Jugendgemeinschaft hat ihn geprägt. Die kraftvolle und einfühlsame Arbeit der geistlichen Leiter aus dem Jesuitenorden in Aachen hat in ihm den Ruf zur Gesellschaft Jesu geweckt. So trat er nach dem Abitur 1923 am Kaiser-Karl-Gymnasium in das Noviziat ein. Das war damals noch in s'Heerenberg, nahe Emmerich auf niederländischem Boden. Das seit dem Kulturkampf bestehende Verbot von Jesuitenniederlassungen in Deutschland war erst 1917 aufgehoben worden. So kam es, daß der Student Kugelmeier auch die weiteren Studien in Holland, nämlich in Exaten und Valkenburg machte, unterbrochen von einem Jahr Philosophie in Pullach und einigen Erzieherjahren in Bad Godesberg. Mit dreißig Jahren empfing er die Priesterweihe.

Sein ganzes Leben hindurch ist er eigentlich immer Spiritual gewesen, auch in den Zeiten, in denen ihm das Amt des Obern anvertraut war, in Hamburg, Bad Godesberg und Lübeck. 18 Jahre lang hat er in Frankfurt-St. Georgen den Seminaristen geistliche Hilfe und Weisung gegeben. Die norddeutsche Diaspora war ihm ein geliebtes und fruchtbares Arbeitsfeld.

1982 bekam er den Ruf nach Kloster Nette in Osnabrück. Elf volle Jahre hat er den Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens als Spiritual geistliche Einübung und innere Führung gegeben. Seine Berufung zum Seelsorger hat sich in ungezählten Exerzitienkursen, Predigten und Vorträgen ausgewirkt. Regelmäßig und gern kam er zu den alten und jungen Mitgliedern von Haus Sentmaring in Münster, dem er zugeschrieben war. Über seinem Leben steht das Wort von 2 Tim 1,12. Und in seinem Meßbuch fand sich auf einem Zettel, offenbar als sein Gebet, der Hymnus:

Christus, göttlicher Herr, dich liebt,
wer nur Kraft hat zu lieben;
ungewußt, wer dich nicht kennt,
sehnsuchtsvoll, wer um dich weiß.
Christus, du bist meine Hoffnung,
mein Friede, mein Glück, all mein Leben;
Christus, dir neigt sich mein Geist;
Christus, dich bete ich an.
Christus, an dir halt ich fest
mit der ganzen Kraft meiner Seele;
dich, Herr, lieb ich allein,
suche dich, folge dir nach.