P. Leo Lennartz SJ
geboren am 10. März 1915 in Aachen
Ordenseintritt am 26. April 1935 in 's-Heerenberg
gestorben am 1. Januar 1997 in Münster

... voranschreiten auf dem Weg, auf den uns Christus gerufen hat."
(aus der Tagesmesse)

Sein Vater Martin, Textilkaufmann, hatte es nicht leicht, seine neun Kinder zu ernähren und auszubilden. Er starb bereits 1940 im Alter von 60 Jahren. Seine Mutter Gertrud dagegen, die aus dem niederländischen Vaals stammte, erreichte das hohe Alter von fast 97 Jahren. Leo charakterisierte sie mit den Worten: "eine reife Frau, sehr gelassen und freiheitlich".

Durch den Jugendbund "Neudeutschland" hatte Leo den Jesuitenorden kennengelernt, in den er gleich nach dem Abitur eintrat. Seine Ausbildung im Orden erfuhr eine Unterbrechung durch den Militärdienst im Zweiten Weltkrieg. Nach Einsätzen als Unteroffizier in Frankreich und in Rußland wurde er mit vier Mitbrüdern 1943 durch Geheimbefehl des Führers aus der Wehrmacht entlassen. So konnte er sich den theologischen Studien widmen und empfing am 27. April 1944, vorzeitig und geheim, in der Krypta des Trierer Domes die Priesterweihe durch Weihbischof Metzeroth. Zu den Mitgeweihten gehörte auch sein jüngerer Bruder Erich, ebenfalls Jesuit.

Nach dem Terziat in Münster und einem homiletischen Biennium in Frankfurt zeigte sich schon bald, daß er weniger als Volksmissionar, mehr jedoch durch Spirituals- und Exerzitienarbeit für Gott wirken konnte. So wurde er destiniert ans Rudolfinum in Trier, ans Germanikum in Rom, für die Priesterarbeit in mehreren Diözesen und schließlich Anfang 1983 nach einem wertvollen Sabbatjahr im HI. Land, nach Münster, Haus Sentmaring. Ungezählt vielen Laien, Priestern und Ordensleuten hat er durch Einzelexerzitien zur Seite gestanden bis zu seinem Schlaganfall am 8. April 1996, der sein Sprachzentrum schädigte.

P. Lennartz wußte aus Erfahrung, daß im Reifungsprozeß des Menschen Leiden und Krankheiten eine wichtige Botschaft Gottes bedeuten. Er akzeptierte sehr bewußt diese Funktion in seinen häufigen Krankheiten und Operationen, besonders bei seiner langsam fortschreitenden Parkinsonerkrankung. Am Vormittag unseres hohen Titularfestes hat Jesus ihn überraschend beim Namen gerufen.

R. i. p.