P. Josef-Karl Mai SJ
* 16. April 1913 in Breslau
13. Juli 1991 in Münster

P. Josef-Karl Mai wurde am 16. April-1913 in Breslau geboren. Sein Vater Josef und seine Mutter Anna geb. Halama haben sich vielleicht an ihrer Arbeitsstelle kennengelernt, denn der Vater war Kellner und die Mutter Hotelköchin. Nach ihrer Hochzeit haben die Eltern ein Lebensmittelgeschäft gegründet. Josef-Karl hatte drei Geschwister, die aber alle schon vor dem 1. Weltkrieg starben.

Josef-Karl Mai machte das Abitur am Johannes-Gymnasium in Breslau im Jahre 1932. Am 7 April 1932 trat er in Mittelsteine in das Noviziat ein unter P. Kempf; im zweiten Jahr war R Pies Novizenmeister. Von 1934 bis 1937 studierte er in Pullach Philosophie. Die niederen Weihen erteilte Ende Mai 1937 Kardinal Faulhaber von München. Danach war er ein Jahr im lnterstiz in Mariaschein (Böhmen), einem Wallfahrtsort am Südrand des Erzgebirges. Die tschechoslowakische Provinz hatte dort ein Kolleg und ein Knabenkonvikt. Ob der Provinzial den Frater Mai dorthin geschickt hat, weil seine Mutter tschechischer Herkunft war?

Infolge des Kirchenkampfes unter dem Naziregime wurde es für die deutschen Provinzen immer schwieriger, für den Unterhalt der Scholastiker in Valkenburg zu sorgen. So wurde Frater Mai mit anderen nach Südamerika geschickt, um dort die Theologie zu studieren. Er studierte am Kolleg der argentinischen Provinz in San Miguel bei Buenos Aires und wurde dort am 20. Dezember 1941 vom Erzbischof Dr. Johannes Chimento zum Priester geweiht.

Eigentlich sollte P. Mai 1942 sein Tertiat in Uruguay machen. Doch inzwischen hatte Uruguay Deutschland den Krieg erklärt, so daß R Mai in Argentinien bleiben mußte. Er wurde Socius Magistri im Noviziat in Cordoba und machte gleichzeitig das Tertiat. Er blieb drei weitere Jahre als Minister, dann wurde er auch noch Ökonom und Pfarrer einer neu zu gründenden Pfarrei, die er neun Jahre lang leitete.

1955 kam er nach 18 Jahren zu einem ersten Heimaturlaub nach Deutschland zurück. Er konnte seine Eltern wiedersehen, die, aus Breslau vertrieben, sich nördlich von Berlin niedergelassen hatten. Mit ihnen feierte er eine nachgeholte Primiz auf dem Jakobsberg. Nach einigen Seelsorgetätigkeiten an verschiedenen Orten, z. B. in Gro-nau und Neuss, kehrte er Ende des Jahres auf eigenen Wunsch nach Argentinien zurück. Er war zunächst drei Jahre lang Rektor der Wallfahrtskirche in Santa Fe sowie Religionslehrer und MC-Präfekt, dann wieder Pfarrer in Cordoba.

1968 kehrte er nach Deutschland zurück. In Berlin wurde er Minister an Sankt Clemens bis zur Auflösung der Pfarrei. Dann war er Seelsorger am St.-Urban-Krankenhaus in Berlin-Kreuzberg. 1988 nach Vollendung des 75. Lebens-jahres von dieser Tätigkeit entpflichtet, ging er im Juli 1988 nach Saarlouis als Seelsorger ans DRK-Krankenhaus und zur Aushilfe.

Am 6. Januar 1990 kam er von einer Aushilfe zurück und konnte plötzlich seine Hand nicht mehr gebrauchen. Im Krankenhaus wurde eine bösartige Geschwulst diagnosti-ziert. P Mai kam zur Bestrahlung und Behandlung am 8. Februar nach Münster ins Clemenshospital und anschlie-ßend nach Haus Sentmaring. Er erholte sich langsam, konnte die Brüdermesse übernehmen und schöpfte wieder Hoffnung. Doch dann kam ein Rückschlag; er mußte erneut ins Krankenhaus und wußte, daß es keine Heilung mehr gab. Er war sehr glücklich als er am 28. Februar aus dem Krankenhaus nach Haus Sentmaring und zu den Mitbrüdern zurückdurfte. Nach langem Warten erlöste ihn der Herr in der Frühe des 13. Juli 1991. Am 16. Juli haben wir ihn auf unserem Friedhof bei den Mitbrüdern, die ihm soviel bedeuteten, beigesetzt.

Eine rege Korrespondenz zeugt davon, daß der Kontakt zu den Mitbrüdern und allen Menschen, mit denen er hier und in Südamerika verbunden war, nicht abriß. P Mai über-zeugte durch seine Menschlichkeit, Güte und Gläubigkeit.

R.i.p.