P. Rudolf Nikl SJ
* am 7. August 1913 in Breslau
am 16. Januar 1990 in Münster

P. Nikl war Breslauer. Sein Vater Eugen, Versicherungskaufmann, stammte aus der Grafschaft Glatz. Seine Mutter Antonia kam aus Berlin. Geschwister hatte er keine. Eine Halbschwester starb früh. Schon mit 17 Jahren bestand er das Abitur und trat am 16. April 1931 zu Mittelsteine in den Jesuitenorden ein. Sein Novizenmeister war anfangs P. Konstantin Kempf und danach P. Otto Pies.

Nach dem Philosophiestudium in Valkenburg (Niederlande) kam er zu einem dreijährigen Interstiz nach Estland als Sekretär beim Apostolischen Administrator, dem Erzbischof P. Eduard Profittlich SJ. Diese Jahre waren für P. Nikl sehr wertvoll. Er sah sich nicht nur mit Verwaltungsarbeit konfrontiert, sondern auch mit den großen Dimensionen von Kirche und Kirchenverfolgung.

Die Theologie studierte er in Löwen (Belgien). Dort empfing er auch die Priesterweihe am 20. Dezember 1941. Nach seinem Terziat in Köln 1946/47 wurde er in der DDR als Seelsorger eingesetzt, pfarrlich und überpfarrlich, zunächst in Eisleben, dann in Erfurt, Dresden, Potsdam und Cottbus. Gern gab er Exerzitien, eine Aufgabe, die ihn stark forderte, die aber auch seine Fähigkeiten zur vollen Blüte brachte.

1982 kam er zu verschiedenen Seelsorgsarbeiten in den Westen, nach Bonn. In all den Jahren erfreute er sich einer sehr guten Gesundheit, bis im Frühjahr 1989 ein Tumor im Gehirn festgestellt wurde, der eine partielle Lähmung verursachte und ihn mehr und mehr zu einem Pflegefall werden ließ. Seinem Tod ging er sehr bewußt entgegen, ergeben in Gottes Willen und getröstet durch das Sakrament der Krankensalbung. Seiner Heimat Schlesien blieb er eng verbunden und freute sich immer, wenn Landsleute ihn besuchten. Vielen wurde er Begleiter und Freund. Sie schätzten seine feinsinnige Art und seine tiefe Glaubenskraft.

Am 19. Januar 1990 haben wir ihn auf dem Friedhof im Park von Haus Sentmaring beerdigt.

R. i. p.