P. Leo Oster SJ
1899 - 1985

Wir danken dir, daß du uns berufen hast,
vor dir zu stehen und dir zu dienen.
Zweites Hochgebet

P. Leo Oster (seine vollständigen Taufnamen lauteten: Leonhard Hubert Aloys Maria) stammt aus Aachen, wo er am 23. Januar 1899 als viertes von acht Kindern geboren wurde. Da der Vater im Kindheit-Jesu-Verein (später Päpstliches Werk der heiligen Kindheit) sich sehr für die Missionen engagierte, weilten im elterlichen Hause häufig Missionsbischöfe, Priester und Ordensleute zu Gast; überdies gab es in der näheren Verwandtschaft auch zwei Jesuiten.

In seinem Lebenslauf sagt P. Oster: "So ist es nicht zu verwundern, daß schon früh in mir der Gedanke an das Priestertum aufkeimte, jedenfalls schon in den ersten Schuljahren." 1917 bestand er das Abitur und wurde bald danach zum Heeresdienst einberufen. Unmittelbar davor erhielt er noch die Aufnahme als Kandidat der Gesellschaft Jesu. Im Oktober 1918 geriet er in serbische Kriegsgefangenschaft, die sehr hart gewesen sein muß, da nur die Hälfte der Gefangenen überlebte.

Im September 1919 entlassen, wurde sein Verlangen, in den Orden einzutreten, nochmals durch eine schwere Erkrankung auf eine harte Probegestellt. Schließlich konnte er am 30. Oktober 1920 in 's-Heerenberg das Noviziat beginnen. Die beiden ersten Jahre Philosophie studierte P. Oster dann in Valkenburg, das dritte Jahr in Innsbruck. Dem folgte von 1925-27 ein Praktikum als Präfekt der Vorschüler im Kolleg in Kalksburg bei Wien. 1927-30 Studium der Theologie in Innsbruck. Dort empfing er am 6. April 1930 die heilige Priesterweihe. Das vierte Jahr Theologie absolvierte P. Oster in Valkenburg.

Das Wirken P. Osters nach dem Terziat in Münster kreiste gleichsam um zwei Schwerpunkte: nach 'innen' als Minister in der Sorge für das leibliche und geistliche Wohl der Mitbürger in verschiedenen Häusern und nach 'außen' in der Seelsorge für Priester, Ordensfrauen und in den letzten Jahren überwiegend im Beichtstuhl und Sprechzimmer.

Die Stationen dieses reichgesegneten Wirkens waren Köln, Münster (hier erlebte er die Auflösung des Hauses durch die Gestapo am 12. Juli 1941), das Oldenburger Land, Trier, Hannover, Koblenz und schließlich Hamburg. P. Oster wurde vielen Menschen ein gütiger, selbstloser, tatkräftiger und - wenn nötig - auch entschiedener Ratgeber. Wie sehr er geschätzt wurde, zeigten die vielen Besucher und sein ausgedehnter Briefwechsel, den er fast bis in die letzten Tage führte.

Anfang 1983 legten die nachlassenden Kräfte eine Übersiedlung ins Altenheim nach Münster nahe. Dieser Schritt fiel P. Oster nicht leicht, denn zu den 'Alten' oder gar 'Kranken' wollte er auf keinen Fall gehören. Gott führte ihn auf dem Weg des Glaubens in die radikale Entäußerung. P. Oster gab dazu sein vorbehaltloses Ja. So war er bereit, als der Herr ihn in der Nacht des 5. Februar 1985 zu sich rief. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von Haus Sentmaring zu Münster.

R. i. p.