P. Johannes Quecke SJ
geboren am 31. Juli 1928 in Duisburg
Ordenseintritt am 16. September 1949
Priesterweihe am 31. Juli 1957 in Frankfurt
gestorben am 5. März 1998 in Münster

Wer über die Weisung des Herrn nachsinnt,
der bringt Frucht zur rechten Zeit.
(Lesehore des Sterbetages)

Das Leben von P. Quecke war das eines Wissenschaftlers aus Leidenschaft, doch zugleich einer Leidenschaft, die die Weisung des Herrn zu erkennen suchte. Dies bestimmte sein Forschen in der stillen Gelehrtenstube. Manche sahen in ihm gleichsam einen Einsiedler, aber mit den Kollegen vom Fach der Orientalistik hielt er regen Kontakt und wurde bei ihnen als Kenner hochgeschätzt.

Geboren wurde Johannes in Duisburg als Sohn des Ministerialrats Johannes Quecke und seiner Ehefrau Erna, geb. Frank. Nach Abschluß seiner Schulzeit in Berlin und in Freiburg i. Br. studierte er dort zunächst vier Semester Theologie an der Universität. Doch dann folgte er seiner Berufung zum Ordensleben und trat in Pullach bei München ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Er beendete es am 17. September 1951 auf dem Jakobsberg bei Bingen mit den ersten Gelübden.

Es folgten nun drei Jahre Philosophiestudium in Pullach und vier Jahre Theologiestudium in Frankfurt am Main. Nach damaligem Brauch empfing er am Ende des dritten theologischen Studienjahres die Priesterweihe; das geschah am Festtag des hl. Ignatius 1957, der zugleich sein 29. Geburtstag war.

Dem Grundstudium von Philosophie und Theologie folgten 1958 Spezialstudien in Orientalistik an der Universität Löwen, die P. Quecke ab 1960 bis 1965 in Heidelberg fortsetzte, unterbrochen durch das Terziat 1963/64 in Drongen (Belgien). So gerüstet, begann er seine Lehrtätigkeit am Bibelinstitut in Rom als Professor für armenische, koptische und georgische Sprache. Sein besonderes Interesse galt der koptischen Liturgie.

Die Sommermonate verbrachte er in Heidelberg. Hier hat er all die Jahre liebevolle Aufnahme bei den Oratorianern gefunden. Von dort aus pflegte er die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen. Allerdings widmete er auch hier einen großen Teil seiner Ferienzeit der wissenschaftlichen Arbeit. Am 2. Februar 1967 band er sich in Rom durch die letzten Gelübde endgültig an den Orden.

Im Sommer 1997 wurde er emeritiert und zog am 17. Juni in Haus Sentmaring in Münster ein. Gern wäre er noch ein paar Jahre wissenschaftlich tätig gewesen, aber ein Oberschenkelhalsbruch und eine fortschreitende Lähmung machten seinen Plänen ein rasches Ende. Am koptischen Gedenktag des Propheten Osea gab er sein Leben in die Hände seines Schöpfers zurück.

R. i. p.